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1. Tag und Anreise
2. Tag
3. Tag
4. Tag
5. Tag und Heimreise
1. Tag mit Anreise:
Arco -Varone - Lago di Tenno
600Hm - 17Km
Dieser Tourenbericht stellt nur
meine Gedanken dar. Sollte ein Tourenmitglied die jeweilige Situation anders erfahren haben so will ich das nicht ganz ausschließen. Jeder Mensch hat ja bekanntlich eine eigene Betrachtungsweise.
Ende März war ich für eine Woche Radurlaub auf Mallorca. Da hatten wir bestes Wetter. Dann kam ich zurück und das Drama ging los. Kälte, Nässe und dazu noch viel Wind. Nein da macht das Radfahren
wirklich keinen Spaß. Der Trainingszustand sank förmlich in den Keller. Ich wollte mir schon einen Taucheranzug zulegen. Denn da friert man nicht so wenn man nass wird.
Dann wurde das Wetter mit
der WM2006 so richtig schön und beständig. Aber es warteten auch einige Holzlasurarbeiten auf mich. Da braucht man auch gutes Wetter. Also hieß es Schleifpapier und Pinsel schwingen. Und dann war ja noch
diese großartige junge WM-Mannschaft! Es hat förmlich Spaß gemacht wieder Fußball zu schauen. Der Dettinger Radtreff sah mich deshalb auch nicht oft.
Ja und dann war er da. Der Donnerstag, der 06.
Juli 2006. Früh um sechs Uhr haben mich die drei Ingerkinger zu Hause abgeholt. Über die A7 ging es nach Österreich. In Nassereith nahmen wir ein gutes Frühstück. Weiter ging es dieses Mal ohne
Stau über den Brenner bis an den Gardasee. Rechtzeitig zur Mittagspause waren wir da.
Kurz vor dem Campingplatz Zoo ließen wir uns noch eine Pizza munden. Dann kam der VW-Bus von Werner mit
Besatzung an. Für vier Tage parken wir unsere Autos auf dem Campingplatz Zoo. Das Mountainbike-Erlebnis Gardasee kann nun beginnen.
********************************************************************************** Erster Tag: Donnerstag den 06. Juli 2006: 600Hm – 17Km – 1:30h Sattelzeit Von Arco an den Lago di Tenno
Werner kennt sich hier bestens aus. Er lotst uns durch das belebte Arco. Mitten durch die Fußgängerzone. Dann eine Parallelstraße durch ein Industriegebiet. Nun geht es gut asphaltiert mit schönen
Blicken auf den Gardasee hinauf zum Lago di Tenno.
Es ist schon beeindruckend hier am Lago. Dieser Prolog ist auch nicht sonders schwierig. Wir nutzen die Anfahrt mit einer kleinen Einrollrunde
zur ersten Übernachtungsmöglichkeit.
Unsere Rucksäcke sind alle voll gepackt und wiegen sicherlich zwischen fünf und sieben Kilogramm. So mancher Biker der uns sieht wird sich fragen was die wohl
mit diesen vollen Rucksäcken vorhaben. Die Badeschlappen in den Seitentaschen vom Rucksack können einen Hinweis darauf geben das es sich um eine mehrtägige Radtour handelt.
Die beiden sportlichen
Biker die uns wegen des geringeren Gewichts beim Uphill kurz vor dem Dörfchen Pranzo immer wieder bei den Pausen überholen ahnen wahrscheinlich nichts von unserem mehrtägigen Trip.
So gegen 15.30
Uhr sind wir oben. Es gibt zwei Hotels hier. Wir nehmen das rechte davon. Das Hotel Stella Alpina was Edelweiß heißt. Ich frage an der Rezeption nach dem Preis für eine Nacht. 35 € inklusive
üppigem Frühstückstisch. Wir nehmen das Angebot an. Die Zimmer werden bezogen. Dann führen uns Claudi und Werner an den Lago di Tenno. Der liegt wirklich herrlich.
Und Werner sagt das viele der
Touristen nur zum Abkühlen hier hoch fahren. Die Ingerkinger baden ihr Würmle im so schönen Wasser. Dann treten wir um den See herum Richtung Hotel Stella Alpina. Jetzt muss ein Getränk auf den Tisch!
Und duschen tun wir uns auch im Wechsel. Der freundliche Wirt holt das Telefonbuch herbei und sucht uns die Telefonnummer für das Rifugio Garda auf dem Tremalzopass heraus. Dort rufe ich sogleich an.
Unsere Betten sind reserviert für den nächsten Tag. So zwischen fünf und sechs Uhr kündige ich unsere Ankunft an.
Das Essen ist wieder mal hervorragend. Dazu die ortsüblichen Getränke. Das Lokal
leert sich so nach und nach. Nur ein großer Tisch der bleibt bis zum Schluss. Wir gehen dann noch rein und dann vor das Hotel. Noch ein Getränk. Dann kommt heftiger Wind auf. Nun kündigt sich die
Wetterverschlechterung an. Schnell das Glas austrinken und ab ins Bettchen.
2. Tag:
Lago di Tenno - Pranzo - Bondanze -
Malga Grassi - Bocca di Traz/Rifugio Pernici - Lenzumo- Enguiso - Pieve di Ledro - Rifugio Passo Nota - Passo d. Rosa - Passo Gattini - Passo Tremalzo - Rifugio Garda
2400Hm - 51Km
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Zweiter Tag: Freitag den 07. Juli 2006: 2400Hm – 51Km – 6:00h Sattelzeit Vom Lago di Tenno über den Lago di Ledro auf den Tremalzopass.
Ein üppiges Frühstück erwartet uns. Das genießen wir!
Es geht ein kurzes Stück zurück bis nach Pranzo. Dann durch das einsame Dörfchen Campi. Hier gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten. Dann müssen wir rechts ab. Zur Malga Grassi. Werner erzählt uns das
von da ab nur noch einige wenige weiterfahren und auch diese werden schon bald von ihrem Sattel absteigen. Von da ab schieben wir alle! Ja Werner war schon zu Pfingsten hier und wollte es wissen. Packt
er es oder packt er es nicht. Werner hat recht behalten. Wir schieben.
Denn wir sind bergauf unterwegs auf dem Adrenalino! Diese Tour wird als Tagestour ohne schwerem Rucksack umgekehrt gefahren.
Das sind die Warmduscher die dann unten in der Meckibar von der absoluten Supertour berichten.
Wir sind aber hart im Nehmen. Das gehört halt bei so einer Rundtour auch
dazu. Man will ja wieder da ankommen, wo man gestartet ist. Und das dank sorgfältiger Planungen fast schon stundengenau.
Die hohe Leistung die wir heute bringen müssen entfalten unsere
Schweißdrüsen förmlich zu Springbrunnen. Die hohe Luftfeuchtigkeit lässt dazu keine Verdunstung zu. So nass geschwitzt waren wir deshalb noch nie. Der Schweiß fließt in Strömen von uns.
Kurz vor
dem Rifugio Pernici (1600m) fällt der Hüttenwirt einen Baum. Wir warten, bis er die gröbsten Aufräumarbeiten beendigt hat. Es beginnt zu regnen. Dann nehmen wir in der Stube Platz. Der Ofen wird
angeheizt. Unsere nassen Klamotten beginnen zu trocknen. Eine ganze Gruppe Holzfäller sitzt neben uns am Tisch. Der Capo sagt zu mir das er mich beobachtet hätte. Er meint ich habe einen großen Motor.
MAN Schiffsdiesel erwidere ich ihm zurück! Viel Hubraum, niedrige Drehzahl und großes Drehmoment – eine Ausdauermaschine also.
So gegen 13:30 Uhr lässt der Regen nach. Die Wege sind aber immer
noch nass. Es geht bergab über die Bocca di Trat zur Malga Trat. Die Reifen spritzen die Drecksbrühe auf uns. Das ist der wahre Bikerlohn. Weiter geht es durch das Dörfchen Lenzumo bis nach Pieve di
Ledro. Am Lago di Ledro fahren wir rechts herum. Erst fahren wir ein kurzes Stückchen falsch das aber nur wegen der Höhenmeter. Dann zurück auf den weichen Waldweg. Es begegnen uns dabei sogar zwei
Mädchen mit Inliner! Weiter geht es bis wir auf den Wanderweg über das Dörfchen Legos hinauf zum Tremalzo stoßen.
Werner kündigt uns bald etwas Seltsames an. Immer wieder bohre ich hinein.
Ich will es wissen. Was ist dieses Seltsame das uns bald erwarten wird? Doch Werner rätselt selber noch. War er hier oder war er nicht hier? Seltsam. Erst bei den beiden Strommasten ist sich Werner
sicher. Wir sind auf den Spuren des Seltsamen. Werner lüftet das Geheimnis und meint wir kommen bald auf ein Labyrinth von Singletrails. Werner kennt diese Tour bergab vom Passo Rochetta. Bald an der
Kreuzung angelangt müssen wir rechts zum Passo Nota. Werner kam aber von links! Das Seltsame bleibt uns deshalb vorerst mal erspart!
Herrliche Ausblicke hinab zum Gardasee genießen wir. Die lange
Regenpause bringt uns ein kleines Zeitproblem. Es ist schon kurz vor fünf Uhr. Ich schätze noch so zwei Stunden bis zum Rifugio Garda. Bald sind wir am Rifugio Nota. Die beiden Kriegsveteranen dort sind
nicht für Übernachtungen eingerichtet. Ich telefoniere deshalb rüber zum Rifugio Garda. Wir kommen etwas später. Ritter Sport und landestypische Getränke stärken uns. Die Hüttenbetreiber zünden noch die
Kanonen an. Es kracht gewaltig.
Doch es nützt alles nichts. Wir müssen heute noch über den Tremalzo. Unten in der Meckibar
bei einem Espresso wäre es schöner. Unser Kampf beginnt! Drei Serpentinenreihen überwinden wir dabei. Erst den Pso. d. Rosa dann den Pso Gattini. Dieser Untergrund ist förmlich Material mordend. Weich, scharfkantig und gnadenlos zu Mensch und Material.
Im ersten Weltkrieg wurden hier auch die Kanonen und die Munition heraufgekarrt. Erst kommt ein langer ansteigender zugiger Tunnel. Kein Ende ist abzusehen. Ein holländischer Renault Scenic kommt
uns entgegen. Wie kann man das nur seinem Auto antun? Etwas später dann kommt der zweite Tunnel. Danach sieht man schon das Rifugio Garda. Es ist 19:45 Uhr. Wir sind die letzten für
heute die
eintreffen. Unsere geliebten Räder müssen wir ungeschützt im Freien stehen lassen, das ist uns eigentlich noch nie passiert. Auf dem Tremalzo ist es so. Unsere Bikes müssen diese Nacht draußen frieren!
Der erfahrene Hüttenwirt will wissen, wo wir heute früh losfuhren. Bravi! Eine tolle Leistung sagt er zu uns. Gleich darauf ist er daran interessiert wie es morgen weitergeht. Ich zeige ihm die
Karte. Er runzelt die Stirn. Geht mit mir nach draußen. Er erklärt mir die Berge die wir morgen überschreiten oder umfahren müssen. Er will damit ausdrücken das uns morgen so in etwa das gleiche Pensum
erwarten wird. Ja, wie gesagt unten in der Meckibar da wäre es bei einem Cappuccino angenehmer.
Eine kleine Gruppe Biker am Nebentisch verzieht sich gleich nach dem Abendessen. Wir rufen unsere
Erlebnisse noch mal in Gesprächen kurz ins Leben zurück. Es ist immer wieder hart solche Touren. Aber dann, wenn man bei der Pasta sitzt, einen gut angemachten Salat dazu, da lodert wieder das Feuer im
Herzen und es bekommt förmlich durch das landestypische Getränk den Treibstoff der es am Leben erhält.
Die Enkel vom Hüttenwirt wollen herum tobend lange nicht ins Bett. Das bringt uns
Treibstoff. Und durch die Gespräche wird neue Energie entfacht. Die morgige Route wird besprochen. Es wird wieder hart. So wie immer. Aber wir sitzen hier. Unsere Herzen brennen lichterloh. Die glimmende
Glut wird bei der morgigen Abfahrt sofort den Sauerstoff erhalten, der diese Herzen für den ganzen Tag am Brennen hält.
3. Tag:
Rifugio Garda - Malga Tremalzo -
Passo d. Cocca - Malga Spiazzo - Serpentinen - Angelotto/Vesio - Angelotto/VesioPasso - Scarpape - Passo d. Ere - Passo d. Colomba - Lago di Valvestino - Segrane - Maderno/Fähre - Fähre/Torri del Benaco
1200Hm - 58Km
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Dritter Tag: Samstag den 08. Juli 2006: 1200Hm – 58Km– 4:40h Sattelzeit Vom Rifugio Garda über den Lago die Valvestino nach Maderno und nach Torri di Benaco Das Frühstück ist
spartanisch. Wir sind schließlich in Italien. Der Chef berechnet uns einige Euros zu viel wie ausgemacht. Eine kurze Verhandlung mit leicht schmerzvollem Gesicht vom Capo. Das sichert uns die nächste
gemeinsame Rast im Agrikultur.
Wir fahren abwärts. Durch die Malga Tremalzo (1617m). Später kommt uns ein Übertier entgegen. Ohne Federgabel. Ohne 9-fach Antrieb. Er fährt bergauf. Wo so viele
schon schieben. Ja solche Viecher sehen wir auch immer wieder. Da sind wir auch immer ganz beeindruckt. Am Wasserfall nach der Malga Proa Pia (1352m) entledigen wir uns der Windjacken. Es wird ja nun
immer wärmer. Über den Passo d. Cocca fahren wir. Nicht sehr anstrengend. So um 10:30 gelangen wir zu einem
Agrikulturbetrieb in Polzone. Da wir die folgende Zeit nun in der Einsamkeit verschwinden werden entschließen wir uns zu einer längeren Panini-Pause mit Cappuccino oder Coke.
Es geht darauf
noch weiter nach unten. Und das müssen wir alle wieder hoch treten. Am Scheitelpunkt warten Bani und Claudi. Werner ist schon abgefahren. Claudi fährt im ohne Rucksack nach, fast bis Prabione runter.
Bani wartet solange. Wir fahren danach bald wieder gemeinsam schotterig in das einsame Tal Valle Tignalo hinein das die meisten von der Meckibar nie kennen lernen werden.
Es kommen uns vier
italienische Mountainbiker entgegen. Respektvoll nicken sie mit dem Kopf bei der Vorbeifahrt. Dura! Dura! Ich habe verstanden. Es erwartet uns nun eine sehr harte Passage. Es geht hinauf zum Pso.
Scarpape (1244m). Doch wenn sie einer meistert, dann wir. Die Zeit schreitet voran. Wir müssen nun noch über den Pso. D`Ere. Dann noch der Pso. Colomba. Es begegnen uns dabei nur ein paar wenige Wanderer
die uns freundlich begrüßen.
Erst gegen 15:30 Uhr gelangen wir in das schön in der Sonne liegende Dörfchen Costa. Es gibt sogar zwei Restaurants hier. Bei dem von uns angesteuertem zweiten Lokal
erhalten wir zu dieser Zeit noch Pasta, Getränke mit selbst gemachten Schnaps und wie immer eine gesammelte Rechnung. Martin darf mal wieder alles auseinander legen. Der Wirt füllt uns noch die
Wasserflaschen dann geht es weiter.
Es geht nun teilweise scharf bergauf dann wieder aber auch auf Waldwegen auf und ab. Bis zum Lago di Valvestino.
Die Brücke ist abgesperrt. Ein
Rettungshubschrauber sucht die fehlende gestürzte Besatzung eines Motorradunfalls. Wir passieren diese Unfallstelle. Asphaltiert geht es über das Dörfchen Navazzo hinab bis nach Maderno. Dort am Lago di
Garda herrscht schon mehr Trubel. Um 17:30 Uhr gelangen wir beim Hafen der Fähre an. Schnell werden noch sieben Fahrkarten gekauft. Rauf auf die Fähre. Ein erfrischendes Getränk an der Rehling. Wir
genießen den See und die schön liegenden Dörfchen Drumherum.
In Torri del Benaco sind wir 30 Minuten später. Schnell finden wir einen Kiosk mit einer Hotelvermittlung. Für 32,50 € nehmen wir
das Hotel Marina nur wenige hundert Meter von hier.
Die junge Dame an der Rezeption stammt aus Bratislava. Sie kann gebrochen deutsch. Wir schieben unsere Bikes durch den Eingangsbereich. Dann
gibt es ein kurzes Wortgefecht zwischen dem Chef und der jungen Dame. Einfacher geht es mit den Rädern durch den Waschraum im Keller!
Wir duschen uns und machen uns stadtfein. Badeschlappen sieht
man hier überall am Lago. In wenigen Minuten sind wir bei einer vorzüglichen Pizzeria. Die Getränke sind landestypisch. Zum Schluss kredenzt man uns noch einen Grappa. Das nenne ich gute Bewirtung. Die
eine Hälfte will das WM-Spiel um den dritten Platz im Hotelzimmer sehen. Die andere Hälfte genießt den Abend vor der Großleinwand. Irgendwann zu später Stunde geht es dann doch noch in die Federn.
4. Tag:
Torri del Benaco - Albisano - San
Zeno di Montagna - San Zeno di Montagna - Laguna - Prora - Albergo al Cacciatore - Monte Sparavero - Pozza Vecchio - Castelletti - Rifugio Cedron
1800Hm - 45Km
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Vierter Tag: Sonntag den 09. Juli 2006: 1800Hm – 45Km – 4:50h Sattelzeit Von Torri di Benaco über die Monte Baldo Höhenstraße zum Rifugio Cedron
Um 08:30 starten wir nach einem großzügigen
Frühstück. Die junge Dame aus Bratislava muss mehrmals zum Alimentari um Wurst und Panini nachzukaufen. Asphaltiert geht es immer steigend erst über Albisamo hinauf nach St. Zeno di Montagna. Immer
wieder offenbaren sich uns tolle Tiefblicke auf den Gardasee. Es sind heute sehr viele Rennradler unterwegs, die uns natürlich laufend überholen. Viele von denen grüßen uns dabei. Das ist in Deutschland
sehr selten der Fall. Denn wir sind ja die Dirties (die Schmutzigen) mit den Bulldogreifen. Nur die Rennradler sind edel und rein.
In Laguna nehmen wir einen Cappuccino oder eine Coke je nach
Geschmack. Dann finde ich noch eine schone kleine Nebenstrecke. Die natürlich nicht gut ausgeschildert ist. Die Folge ist das wir vom Weg abkommen und mehr nach unten fahren als stetig ansteigend. Bis le
Ca (636m) hinab sind wir gefahren. Deshalb müssen wir schweißtreibend ein Teilstück vom E5 hoch. Viele Verschnaufpausen sind notwendig. Das strengt uns richtig an. Das bleibt denen in der Meckibar alles
erspart.
Oben in Prada alta (1009m) angelangt suchen wir eine Stunde später uns ein gemütliches Lokal in Prada. Draußen erhalten wir nur kalte Speisen. Wir gehen deshalb rein in den schön
gedeckten Speisesaal. Es gibt viele feine Leckeren, dazu landestypische Getränke. Uns geht es wieder mal richtig gut. Es wird aber allmählich Zeit zum Aufbruch.
Noch ein kurzes Stück Asphalt, dann
geht es links geschottert hinauf zum Monte Sparavero. Noch ein Rifugio. Dort machen wir aber nur eine Sitzpause im Gras. Ausgeruht geht es nun weiter um die Berggruppe herum. Ohne große Steigungen. Wir
sehen nun ins Trentino hinein.
Dann müssten wir eigentlich bei der Bocca Naole asphaltiert abfahren. Aber ein Bikergesetz sagt auch Höhe halten. Also fahren wir zur Malga Valtredda di centro.
Dann den Trial über die Almen weiter. Dann geht es steil hinab zum Wald. Ich denke ich kann das fahren. Doch die Physik sagt nein dazu und mich haut es vom Bike herab. Einige blaue Flecken werden mich
die nächsten Tage zieren. Wir müssen ganz hinab. Dann wieder hinauf in das einsam daliegende Dörfchen Campedello. Alsbald sind wir dann wieder auf der Teerstraße bei der Malga Pissavola angelangt.
Das erste Albergo hat zwar einen Fernseher doch keine freien Betten mehr. Das zweite Rifugio hat noch freie Betten aber keinen Fernseher. Wir entschließen uns zur Weiterfahrt hinauf zum Rifugio Cedron.
Es gibt freie Betten die zwar noch gemacht werden müssen. Es gibt erfrischende Getränke mit Oliven dazu. Und nach dem Duschen erhalten wir ein einmaliges Essen gereicht. Heute lassen wir es
richtig
krachen. Im Privatzimmer dürfen wir Fußball schauen. Noch eine Tüte Chips und dann geht es hinauf in die Zimmer.
5. Tag und Heimreise:
Rifugio Cedron - Malga Artillone - Malga Pratao Alp. - Passo Canaletta - Rifugio Altissimo - Torbole - Arco
950Hm - 45Km
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Fünfter Tag: Montag den 10. Juli 2006: 950Hm – 45Km – 3:45h Sattelzeit Vom Rifugio Cedron über den Monte Altissimo nach Arco
Das Frühstück ist auch recht gut. Die Rechnung weniger. Gut, wir
haben gestern gelebt wie die Fürsten. Aber das wir das doppelte gebraucht haben wie in den Vortagen, das lässt uns grübeln. Die Rechnerei nimmt ganz schön Zeit in Anspruch. Aber es lohnt sich. Denn durch
irgend ein Versehen wurde der Kassenbetrag verdoppelt. Kann ja sein das der eine oder andere von uns gestern doppelt gesehen hat aber ganz blöd sind wir nicht. Das Bedienungspersonal hat mir zum
Abschluss immer noch einen ungläubigen Abschiedsblick zugeworfen.
Geteert geht es nun heftig steigend über das Rifugio Novezza weiter. Josef hat hierbei sicherlich seine Kette durch seine
Bärenkräfte überfordert. Kurz darauf bei einer Pause reißt sie auseinander. Das pannengeplagte Team hat aber dieses Malheur schnell repariert.
Bald darauf kommen wir zum Abzweig zum Monte
Altissimo. Wir sehen unser Teilziel schon von aller Weite. Der Weg dorthin ist fast eben. Dann kommt noch das Rifugio Bocca di Navene mit dem tollen Gardasee Ausblick. Wir sehen den Tremalzo mit den drei
Serpentinen Reihen. Diese Passkerbe haben wir schon im Lenker. Das in den letzten Tagen geleistete erscheint förmlich vor den Augen. Wir sind bei diesem Ausblick so richtig stolz auf unsere vollbrachte
Leistung.
Noch ein kurzes Stück leicht ansteigend. Bis zum Rifugio Graziani. Bis hier her lassen sich viele Biker mit dem Shuttle-Bus bringen, um dann unten in der Meckibar, von ihren tollen
Erlebnissen, bei einem kühlen Weizenbier zu berichten. Dann geht es schotterig hinauf. Einige ältere Biker überholen uns dabei. Es wird schon noch heftig vor dem Rifugio Altissimo (D. Chiesa 2080m) .
Doch wir meistern auch noch diese Herausforderung. Kurz vor dem Rifugio Altissimo haben wir noch mal einen grandiosen Blick über den gesamten Lago di Garda. Es ist schon beeindruckend hier oben.
Gleich sind wir auf dem Rifugio Altissimo angelangt. Eine feine Pasta und landestypische Getränke stillen unseren Hunger und den Durst. So langsam bereiten wir uns auf den Abstieg nach Torbole vor. So
etwa eine gute halbe Stunde laufen wir über den Wanderweg hinab. Claudi macht dazwischen einen Fahrversuch. Doch die Felsen verhindern einen flüssigen Rundlauf. Es kommt zum Sturz und deshalb etwas
später ein von Werner fachmännisch auf das verletzte Knie geklebte Pflaster.
Nicht weit davon beginnt der schotterige Waldweg hinab nach Torbole. In einer Kehre gibt es das zweite Pflaster.
Diesmal auf das verletzte Knie von Bani. Er hat einen schönen Sturz hingelegt. Gut das er seinen Sturzhelm und Handschuhe anhatte.
Wir vernichten nun fast zweitausend Meter in wenigen Minuten.
Unten ist es mächtig heiß. Wir sammeln uns wieder. Und dann kommt der krönende Abschluss. Das heißt, wenn man uns rein lässt. Wir wollen uns noch ein erfrischendes Getränk in der Meckibar gönnen. Und das
tun wir auch.
Danach geht es einen schönen Radweg zurück nach Arco. Auf den Campingplatz Zoo. Dort duschen wir zuerst. Springen noch mal in den Pool. Dann geht es wieder nachhause. In Nassereith
essen wir noch ein letztes mal. Bald sind wir alle zuhause.
Fine - das war es. Gruß Euer Wilfried
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Total: 6959Hm – 216Km – 20:40h Sattelzeit
Gefahrenhinweis: Diese Tour findet
teilweise im alpinen Gelände statt! Wer diese Tour durchführen will muss sich aktuelle topographische Landkarten beschaffen und die Tour noch einmal intensiv durcharbeiten. Die jeweiligen
Fremdenverkehrsämter sind sicher behilflich bei näher gehenden Auskünften. Die Schliessung der Pässe muss vor der Tour geprüft werden. Öffnungs- und Belegungszeiten der Berghütten mit telefonischer
Erreichbarkeit sind vor der Tour zu prüfen! Ausweichquartiere und notwendige Abkürzungen, sogar Umwege müssen zeit- und kräftemässig eingeplant werden!
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