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Anreise
Erster Tag
Zweiter Tag
Dritter Tag
Vierter Tag
Fünfter Tag
Vorschau
Roadbook gesamtes Höhenprofil aus der ersten Planung
Roadbook erster Tag
Roadbook zweiter Tag
Roadbook dritter Tag
Roadbook vierter Tag
Roadbook fünfter Tag
Landkarten und andere Tourenhilfen
Materialausstattung
Richtige Vorbereitung hat schon viele ans Ziel gebracht.
Anreisetag: 29. August 2004, Abfahrt ca. 13:00 Uhr
Es ist wieder
soweit. Unsere alljährliche mehrtägige Radtour beginnt nach dem Mittagessen. Wir fahren mit zwei, noch mit Erdöl Raffinerieprodukten angetriebenen Kraftfahrzeugen los. Martin mit den restlichen
Ingerkingern Josef und Thomas im Renault Scenic. Werner mit Bani und Wilfried im VW Bus. Die Ingerkinger dank Pickerl über die Autobahn und mit italienischer Maut. Der Werner fährt traditionsbewusst nur
in Deutschland auf Autobahn.
Am Sonntag läuft der
Verkehr nach Süden reibungslos. Werner kennt irgendwo auf der Strecke nach dem Brenner ein nettes Lokal mit Garten. Dort wollen wir einen Cappuccino trinken. Hier gegen 16:30 Uhr angelangt sehen
wir außer dem Hirschgeweih nichts anderes von der Bedienung. Endlich begnügt sich die junge Dame an unseren Tisch. Wir zahlen die drei echt italienische Cappuccinos sogleich nach der Lieferung, damit wir
nicht noch mal so lange warten müssen und genießen ihn mit der Aussicht.
Das Team weiß immer mehr als der Einzelne.
Nun beginnt unser
Krisenmanagement. Bei Werner wurde im Griechenlandurlaub das Fahrertürschloss beschädigt. Aus diesem Grund stieg er bei der Seitentür aus. Er vergaß dabei den Schlüssel vom Lenkradschloss abzuziehen. Wir
alle stehen deshalb vor verschlossenen Türen.
Werner schlug vor
einen Autofahrer anzuhalten und um Werkzeug bitten. Aber welches Auto führt heutzutage außer Radmutterschlüssel und Wagenheber noch Werkzeug mit? Ältere Motorradfahrer sind da etwas besser ausgestattet.
Wilfried sieht neben dem Lokal ein großes Hotel. Da müssen wir rein. Die haben bestimmt einen Werkzeugkasten.
Gesagt getan, Bani
und Wilfried suchen den Hotelchef auf. Nach der Schilderung unserer peinlichen Lage öffnet der einen großen Werkzeugkasten. Vieles Beiwerk erkennen wir, nur keinen langen Schraubenzieher.
Aber einen langen
Meißel sehe ich. Der Hotelier gibt ihn uns mit. Mit der Räuberleiter helfen wir Werner bei der Fensteröffnung. Danach krabbelt Werner in seinen VW Bus und öffnet uns die Tür. Wir bringen das Werkzeug
zurück in das Hotel und bedanken uns dabei.
Bei der Weiterfahrt
so gegen 17:00 Uhr erkennen wir große Wasserlachen auf der Straße. Da hat es vor kurzem wolkenbruchartig geregnet. Die Ingerkinger bestätigen uns später unsere Beobachtungen. Wir sehen weiterhin auch
einen Geldautomaten, da hat unsere Gisela schon mal gebührengünstiges Geld gezogen.
Gut sein heißt, immer das Beste zu wollen.
Desto näher wir
unserem Zielgebiet kommen umso kurzweiliger wird die Unterhaltung. Wir erkennen immer mehr bereits heruntergespulte Strecken. Wir müssen noch mal eine kleine Talabfahrt machen dann stehen wir gegen 18:00
Uhr vor dem Weißen Rössl in St. Peter im Grödnertal . Dort habe ich vor wenigen Wochen die drei Doppelzimmer für uns reservieren lassen.
Die drei Ingerkinger
sind bereits in ihre Zimmer eingezogen. Auf ihrer Anreise gab es außer dem Platzregen keine größeren Ungereimtheiten. Thomas gibt uns die Zimmerschlüssel. Wir laden die Bikes ab und stellen diese in den
Fahrradraum. Alles ist hier bestens vorbereitet. Für den Winter gibt es einen eigenen Ski- und Wachsraum mit Werkzeug.
Wir bringen unser
Gepäck nach oben. Richten unsere Rucksäcke für den morgendlichen Start. Danach begeben wir uns auf die Terrasse und feiern erst mal die gemeinsame Ankunft. Wir sind endlich wieder in den schönen
Dolomiten! Wilfried zeigt auf den Landkarten die nun folgenden Tagesetappen. Es wird sicher anstrengend werden. Viel Schweiß wird strömen. Unsere Tagesendziele sind definiert. Die Unterkünfte bis auf den
vorletzten in Arabba sind reserviert.
Wir essen gut zu
Abend. Wir stimmen uns dabei so richtig auf die gemeinsamen Tage ein. Im Laufe des Abends gesellt sich ein bayerisches Pärchen an unseren Tisch. Sie kommen mit ihren beiden Kindern und dem sehr
gepflegten Colly zusammen schon viele Jahre Sommer wie Winter hier her. Gemeinsam verbringen wir den restlichen Abend. Das Abschlussgetränk Nikotaschka hat es dabei in sich!
Dann wird es für uns
alle Zeit. Der Schlaf kündigt sich an. Wilfried wacht wegen der Bachgeräusche und dem Autoverkehr öfters auf. Die kommende Nacht verläuft ansonsten ohne weitere Probleme.
Die Zukunft gehört denen, die an die Schönheit ihrer Träume glauben.
Erster MTB-Tourentag: 30. August 2004, 08:00 Uhr
Kennzahlen: 31 Km, 1900 Hm, 7 Km/h AVS, 4:30h Fahrzeit, 67 Km/h Max.
Am Morgen stellt
sich heraus das es leicht regnet. Wir frühstücken recht großzügig. Verpacken unser Gepäck in die jeweiligen Autos. Verabschieden uns von der netten Familie aus Bayern. Mit unserem obligatorischen
täglichen Startfoto beginnt die Tour so gegen 09:30 Uhr reell.
Es geht zunächst
kräftig ansteigend auf Auto befahrener Teerstrecke bergauf. Kurz vor St. Ulrich
wird es sanfter. Dort sammeln wir uns wieder. Der Vater „der Ladiner“ will Wilfried eine CD verkaufen. Das wäre ja noch OK. Nur wohin damit die nächsten Tage! Los geht es wieder. Der Start war kräftig. Nun wird es noch kräftiger ansteigend. Im Dorf Rungaditsch helfen uns hilfsfreudige Hausfrauen uns den rechten Weg zu weisen. Es steigt alle paar Kilometer heftiger. Das ist die Pufler Schlucht . Nur das ihr alle das wisst. Ich schenke euch nichts!
Wir begegnen auf
unserem Ritt Teerfahrzeugen. Die Verbindungsstraße nach Kastelruth wurde abgefräst und wird neu asphaltiert. Danach wird es noch steiler. Wie gesagt. Das ist die Pufler Schlucht. Immer begleitet
uns dabei der Rio di Bulla. Wir rasten auf Holzbrücken und bei manchem Wegabzweig. Dabei holen wir immer wieder tief Luft. Es ist unser erster Tag. Josef parkt sein Bike, solange inmitten der Straße, bis
ein Autofahrer laut hupend auf dieses störende Hindernis hinweist.
Viele
Trainingskilometer stecken in so manchem Bein. Keine Stunde ist inzwischen vergangen. Manch einer fragt sich schon jetzt. Waren es genügend Trainingskilometer? Wir passieren mehrere Brunnen und sogar
eine Kloschüssel. So manche Wirtschaft lassen wir nur am Rande liegen. Es sind die Albergos Lavies, Pedemont, 1475m und Monte Piz, 1778m. Werner stellt sich dabei nur einmal in Pose für seinen
favorisierten Mineralstoffspender. So hart können wir auch sein!
Auch kleine Erfolge können große Befriedigung vermitteln.
Irgendwann einmal
wird es sanfter. Ein großes Holzkreuz steht da oben im Großen Moos . Mit einem Tisch und einer Bank. Dort rasten wir. Viele Fragen überstürzen Wilfried. Wir befinden uns nun in Folge auf der
Seiseralm . Leider ist die Sicht durch den vorausgegangenen Niederschlag eingetrübt und wolkenverhangen. Hoffentlich haben wir auf unserem Rücksturz am Freitag etwas mehr Glück mit den
Sichtverhältnissen.
Unsere Gruppe wird
etwas fröhlicher, die Strecke wird ebener und geteert. Wir passieren die Gasthöfe Ritsch, 1875m und Rauch Hütte, 1830m. Hinab zum Berggasthof Saltria fällt die Teerstraße sogar stark . Aber kurz darauf
steigt es wieder. Wilfried meint in Höhe Gasthof Floralpina, 1659m es ist nun Zeit eine Pause einzulegen. Wir hätten es nicht mehr rechtzeitig bis zum Bergasthaus Zallinger geschafft. Wir speisen deshalb
gegen 13:00 Uhr auf der Terrasse vom Almgasthof Tirler, 1741m Südtiroler Spezialitäten wie Spinatspätzle, Speckknödelsuppe und Kasnocken und trinken Wasser und auch Wein dazu. Bani bekommt von mir eine
Aspirintablette, damit die Kopfschmerzen vergehen. Das Bedienungspersonal ist sehr freundlich. Wir füllen unsere Wasserflaschen mit dem guten Bergwasser aus dem Brunnen. Da wird man 100 Jahre alt! Und es
geht weiter schotterig hinauf zu Zallinger Hütte.
Das wird noch mal
heftig steil in der Folge. Wo sind nur unsere Trainingskilometer geblieben? Eine Bergbauernfamilie transportiert geschlagenes Holz für den Kachelofen an uns vorbei. Nach mehreren Pausen oben beim
Gasthof Zallinger, 2061m angelangt genießen wir die besser gewordene Aussicht und den guten südtiroler Traubensaft, das Wasser oder den Cappuccino. Dabei sieht man links von uns den Duronpass
den wir auch noch in den nächsten Tagen überqueren werden.
Begeisterung verleiht den Menschen eine positive Ausstrahlung.
Nun beginnt ein
geschotterter Bike Ride auf einer Forststrasse durch eine Traumlandschaft (Chemun) . Die Seiseralm liegt uns links zu Füßen. Rechts von uns liegt der Langkofel
und der Plattkofel . Was braucht man hier noch mehr? Wir trauen uns, kurz vor dem Ochsenwald , nur zögernd und dabei große Umwege machend, an mitten auf dem Forstweg stehenden Pferden vorbei. Dann geht es leichtfallend erst auf dem Forstweg durch den Ochsenwald weiter. Später geht es durch den Christainer Wald . Noch zweimal abwärts mit der dabei notwendigen Vorsicht bei den Viehgattern. Auf einmal sind wir bei dem Sporthotel Monte Pana, 1636m angelangt. Wilfried zeigt uns nach Norden blickend unsere heutige Übernachtungsunterkunft. Die Regensburger Hütte , vor der Geislergruppe unterhalb der Fermedaspitzen und dem Sass Rigais.
Um dorthin zu
gelangen müssen wir aber erst mal mehrere asphaltierte Straßenkehren hinab nach St. Christina , 1390m. Bei einer Kehre bei Prënsa, 1555m ginge ein markierter Wanderweg über Ciaslát nach Wolkenstein , wir
wählen diesen heute aber nicht aus. Ab der Talstation vom Monte Pana Sessellift steigt die Straße wieder durch St. Christina. Beim Hotel Dosses geht es links weg. Richtung Seilbahn Col Raiser. Heftig
steil geht erst geteert, dann aber, kurz nach der Seilbahn Col Raiser, 1551m schotterig ansteigend hinauf zum Rifugio Firenze im Cislestal. Bikerfreundliche Wanderer geben uns dabei einen Wegetipp den
wir alle dankend annehmen. Auf einer darauf folgenden Bank mache ich mit Thomas eine kleine Obstpause.
Auf der Regensburger
Hütte, 2037m um 17:30 Uhr angelangt erfrischen wir uns erst mal an Spezialgetränken. Wir erhalten kurz darauf von der Hüttenwirt-Familie Perathoner den Schlüssel für das Matratzenlager im kleinen
seitlichen Nebengebäude. Den ersten Tag haben wir gemeistert. Abwechslungsweise duschen wir. Wir befinden uns über zweitausend Meter. Wir haben inzwischen genügend Erfahrung diese Situation zu meistern.
Das Abendessen naht.
Leberkäse mit Bratkartoffeln und Ei ist der Renner. Dazu bayerisches Spezialgetränk und südtiroler Traubensaft. Begleitet mit Aqua Minerale. Wir werden gegen 22:00 Uhr in unser gemeinsames Matratzenlager
geschickt.
Jeder verschwindet
in seinen Hüttenschlafsack. Josef führt uns dabei seinen Ganzkörperkondom vor. Ein atmungsaktiver Schutzanzug für Maler, Lackierer auch Chemielaboranten, der hier als sehr leichter und packfreundlicher
Hüttenschlafsack verwendet wird. Leider musste seine Frau Evi davor aus einem ausgemusterten Bettlaken einen Hüttenschlafsack nach Martins Vorlage nähen. Nachdem aber Josef das zweckmäßige Teil, auf der
Küchenwaage abgewogen und zusammengefaltet hat traf Josef die Entscheidung diesen liebevoll zusammengenähten Schlafsack auf Grund des Gewichts und des Volumens doch nicht mit in den Rucksack zu packen.
Eine eigene
Taschenlampe erweist sich in der Nacht als ratsam. Noch einige Witze machend verschwinden alle in ihren Betten. Der morgige Tag wartet auf unsere Erlebnisse.
Wir
haben immer mehr als eine Möglichkeit, mit Schwierigkeiten umzugehen: Wir können sie ganz einfach akzeptieren, wir können davor weglaufen oder aber dagegen angehen.
Zweiter Rad-Tourentag 31. August 2004, 07:30 Uhr
Kennzahlen: 27 Km, 1052 Hm, 7,4 Km/h AVS, 3:43 h Fahrzeit, 41 Km/h Max.
Wir haben ein eher
italienischen Verhältnissen ähnelndes Frühstück auf unseren Tellern. Es regnet draußen leicht! Wir sind also doch noch nicht ganz in Italien. Wir geben den Schlüssel vom Matratzenlager zurück und
bezahlen unsere Übernachtungs- und Bewirtungskosten.
Draußen vor der
Schutzhütte stellen wir uns für das Startfoto auf. Die restlichen Hüttenbesucher schauen uns durch das Fenster zu. Wie kann man nur bei so einem Sauwetter draußen sein? Wir begeben uns auf den Wanderweg
in Richtung Col Raiser Bergstation. Wir kommen etwas vom rechten Weg ab und müssen deshalb über die nassen Wiesen den richtigen Weg wieder finden.
Oberhalb Col Raiser, 2107m geht es wieder auf einem geschotterten Feldweg an der Fermeda Hütte, 2111m vorbei. Wir fahren nun in Folge auf Singletrails durch die Almwiesen Aschgleralm hinüber zum Cucasattel . An der idyllischen Alm rechter Hand vorbei. Der Kamin raucht. Dann heißt es aber bei der Abfahrt aufgepasst! Es ist eine sehr steile Skipiste. Sehr grobes Schotterwerk liegt auf dieser Strecke. Besonders heimtückisch sind die schräg zur Fahrbahn verlaufenden Wasserrinnen. Davor muss die Geschwindigkeit reduziert werden um ein eintauchen der Gabel zu verhindern.
Fast unten gibt es
noch ein kleines Filetstückchen hinüber zur Seceda Seilbahn Mittelstation . Singletrails über Almmatten, Pëne, 1763m an kleinen Heuhütten vorbei. Doch dieses Schmankerl entgeht denen die keine Angst vor
den Wasserrinnen haben und durch die erhöhte Geschwindigkeit an der Schlüsselstelle vorbeibrausen.
Es geht erst über
eine lange schmale Holzbrücke über den Rio Cuecenes. An der Malga Feur vorbei, danach einen Forstweg bergab, bis wir auf eine asphaltierte Strecke oberhalb von Oberwinkel, 1461m hinauf zum Raschötz
gelangen. Dort ziehen wir erst mal unsere Regensachen aus. Es ist inzwischen nur noch nebelig. Nach einem kleinen Schluck aus unseren Wasserflaschen geht es in Folge bergauf. Erst geteert, später dann
schotterig. Immer wieder kreuzt uns der Sessellift über uns.
Irgendwann auf der
Strecke bekommt Thomas Hunger. Wieder mal
reduziert er dabei seinen mitgebrachten Verzehr. Die anderen genießen Riegel und oder Obst. Danach wird der Weg sehr grob mit riesigen Felsblöcken. Bergauf wird daher geschoben. Bergab wäre das eine hervorragend geeignete Federgabelteststrecke.
Als wir oben bei der
nicht mehr bewirteten Raschötzhütte , 2170m. ankommen ist es immer noch nebelig. Schade so sehen wir nicht das schöne Dolomitenpanorama. Wir machen nur eine kurze Rast und ziehen uns etwas wärmer an.
Wenn die Aussicht besser wäre könnte man den Weg Nr. 35 vor zur Heilig Kreuzkapelle , 2198m und über den Gipfel Außerraschötz , 2281m zurück über die Wege Nr. 10 und 31 vorbei an der Flitzerscharte ,
2107m als Dolomiten-Panoramaweg mitnehmen. Es geht aufgrund der mangelnden Aussicht nun mehr oder weniger auf dem Wanderweg Nr. 35 fast eben an der Raschötz Bergstation, 2094m vorbei. Dabei begegnet uns
eine große Gruppe deutscher Bergwanderer. Kurz danach steht die urige Cason Hütte , 2111m. Dort haben nach uns gerade noch vier Pferdeliebhaber, die hier ihre Pferde auf der Weide haben Platz.
Glücklich sein im Leben heißt genießen zu können.
Eine besondere
Spezialität soll, nach Ottos Empfehlung, der von der Sennerin natürlich selbst gemachte Graukäse hier sein. Das wäre deshalb eigentlich ein Fall für Werner. Renner sind aber bei dem kühlen Wetter draußen
warme Speisen wie Kaiserschmarren und Knödelsuppen, alles ganz frisch gemacht. Wir lassen uns das alles schmecken. Dazu ein bayerisches Weißbier. Zum Schluss bekommen wir noch einen Bergschnaps von dem
netten Hüttenpaar. Wir sollen noch herzlichst die Familie Oberhammer aus dem Villnösstal bei unserer nächsten Übernachtungsstätte grüßen.
Diese Pause hat gut
getan. Es geht nun im Leichten auf und ab weiter auf dem Forstweg Nr. 35 über die Innerraschötzer Alm bis zum Brogles Sattel , 2119m. Wir unterhalten uns hier bei einer kurzen Rast mit zwei uns
entgegen kommenden Bikern über die kommenden Wegeverhältnisse. Sie weisen uns auch auf einige Trage- bzw. Schiebpassagen hin. Weiter geht es Richtung Brogles Hütte , 2045m. Kurz vor der Brogles Hütte
kommt noch mal ein hammerhartes Wegestück. Große grobe Felsen als Weg. Einige von uns lachen wegen der heftigen Schläge. Entgegenkommende Wanderer lachen noch mehr. Josef seine neue Hinterfelge bekommt
aber dabei eine Delle. Martin fährt sich einen Plattfuß ein.
Bei der Reparatur
sind wir vom Nebel eingehüllt. Auf einmal reißt der auf. Wir sind keine hundert Meter von der Brogles Hütte entfernt. Dort sitzen nur zwei wandernde Frauen aus Österreich draußen im Freien. Die wünschen
sich etwas Unterhaltung mit uns. Die scheinen ganz schön hitzig zu sein. Wir fahren nun auf dem Adolf Munkel Weg weiter bis zur Gschnagenhardtalm , 1996m. Da wird manches Stück geschoben. Es ist ein
schmaler felsiger Wanderpfad, die kurzen humosen Wegestücke sind teilweise mit Holzbalken abgestuft. Bani stürzt dabei bergab und verliert dabei sogar seine Brille. Bani sitzt da etwas ratlos unter den
Zirben. Er klopft dann auf meinen Rat hin alle Gliedmaßen ab. Alles ist bewegbar und schmerzfrei. Es ist Gott sei Dank alles gut gegangen. Dass die Brille fehlt merkt Bani erst wieder oben auf dem
Wanderweg angelangt, sie muss anschließend vorsichtig schauend und gehend gesucht werden. Die Ingerkinger kommen erst nach dem Sturz hinzu und wundern sich wegen der verdreckten Regenschutzhülle von
Banis Rucksack. Der Weg geht so weiter, auch über Schmelzwasser-Flussläufe, auf einmal fehlen Markierungen. Ein einheimischer Bergbauer bestätigt uns hier die korrekte Wegewahl. Es kommen uns dabei noch
zwei norddeutsche Bikerpärchen entgegen. Und eine Wanderin beschimpft uns und die entgegenkommende Gruppe heftig als Wegezerstörer. Schnell weiter. Nur nicht auf einen Streit einlassen. Was zerstört man
auch mit geschobenen Bikes mehr?
Bald haben wir das
letzte Stück dieses Bergpfades überwunden. Wir gelangen an die Gschnagenhardtalm. Es gibt hier eine alte und eine neue. Diese hier ist die ganz frisch aufgebaute neue alte Gschnagenhardtalm. Wir genießen
den Cappuccino. Manch einer auch die Spezialität Buchweizentorte. Das sind aber vorwiegend die Ingerkinger! Das junge Hüttenpersonal weißt uns auf den beginnenden Regen draußen hin. Wir lassen die Räder
trotzdem da wo sie stehen.
Noch einmal geht es
über die Gschnagenhardtwiesen hinab jetzt an der neuen Gschnagenhardtalm vorbei, da gibt es auch Schweinshaxen und die Bedienungen tragen normalerweise kurze Lederhosen wie im Hofgut Elchenreute bei Bad
Waldsee. Dann wird der Forstweg Nr. 35 steiler. Wir warten etwas unterhalb, bei einem Forstbeamten mit seinem Fiat Panda 4x4, der mit seinem Fernrohr Hirsche im gegenüberliegenden Wald beobachtet, auf
die drei Ingerkinger. Josef meldet nach der Ankunft einen Plattfuss. Die Panne ruft nach sofortiger Erledigung. Der Jäger fährt kurz darauf mit seinem Panda 4x4 rechts weiter in den Wald hinein, wir
haben anscheinend seine Kreise etwas gestört. Nach dem Schlauchwechsel geht es weiter über das Forsthaus, 1670m bis zum großen Parkplatz bei der Zanser Alm , 1670m.
Entgegen der ersten
Planung weichen wir hier etwas ab. Nicht die Schlüterhütte
ist unser Ziel, sondern das Berggasthaus Sass Rigais . Wir sparen uns so heute einige Höhenmeter die wir morgen draufpacken. Noch ein kleines Stück weiter links herum. Dort ist unsere Unterkunft das Berggasthaus Sass Rigais. So gegen 17:30 Uhr melde ich unsere Radgruppe bei den netten Mädchen an der Theke an. Die Chefin des Hauses ist noch nicht da. Meine telefonische Vormerkung steht im Kalender aber die Faxbestätigung hat aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht funktioniert. Die bestellten Mansardenzimmer sind aber frei.
Sei stolz auf dich, wenn du etwas erreicht hast.
Unsere Zimmer im
Dachboden müssen deshalb erst noch von den sehr freundlichen jungen Frauen gerichtet werden. Wir stellen unsere Bikes unter die Treppe. Trinken danach eine bayerische Spezialität. Wir haben den gesamten
Dachboden für uns. Wir hängen unsere Kleider zum trocknen auf. Gehen nacheinander zum Duschen ein Stockwerk tiefer. Martin und Josef flicken in der Zwischenzeit den Fahrradschlauch. Dann gehen wir frisch
duftend angezogen hinunter in die Gaststube.
Wir lassen uns
förmlich von dem Küchen- und Bedienungspersonal verwöhnen. Es gibt sehr ausgefallenes und wohlschmeckendes Essen für mutige Halbpensiongäste. Die Vorspeise sind Buchweizennocken, als Hauptspeise
Rehgulasch mit Speckknödel, zum Dessert Halbgefrorenes. Wem die unbekannte Menuzusammenstellung zu gefährlich erscheint der nimmt eben Bratkartoffeln mit Eier und Speck. Dazu Münchner Gerstensaft oder
roter Traubensaft mit Mineralwasser. Danach Cafe mit und ohne Schnaps.
Ich betrachte
draußen auf dem Flur eine Panoramaluftaufnahme und studiere den weiteren Verlauf, da tritt eine Frau an mich heran und sagt ihr Gemahl kommt nachher an unseren Tisch. Nach dem Essen gehen wir vom
Speisesaal
wieder rüber in die normale Gaststube. Es gesellt sich kurz darauf der Geldzählmaschinenverkäufer aus Frankfurt an unseren Tisch. Er berichtet aus seiner jugendlichen Rennradzeit von einem Schinder. Nun ist das unsere Schindertour! Jeder aus der Runde erzählt also irgendeine Kettenblatt- oder Ritzelgeschichte, die Zungen werden dazwischen gut mit Spezialschmierlösungen für die folgenden Erlebnisse vorbereitet, dieser Abend geht deshalb lachend schnell vorüber. Wir schlafen gut in unseren Betten.
Vertraue auf Deine Stärken!
Dritter Bike-Tourentag: 01. September 2004, 07:30 Uhr
Kennzahlen: 36 Km, 1390 Hm, 9,6 Km/h AVS, 3:44 h Fahrzeit, 60 Km/h Max.
Die Kleider sind
alle schön trocken geworden. Frühstück ist angesagt. Es ist richtig gut hier. Wir zahlen und begeben uns an den Start. Draußen hat es aufgehört zu regnen. Doch es ist noch ganz schön wolkig. Wir müssen
nun hinauf zum Kreuzjoch . Der Geldzählmaschinenvertreter schreit Werner noch hinterher, das wir den linken falschen Weg genommen haben. Doch diesen hat uns die Wirtin gewiesen. Der rechte wäre
wahrscheinlich doch besser gewesen. Doch wem sollte man glauben?
Es wird nun eine
richtige Schiebepassage bergauf auf einem Bergpfad. Ein kurzes Stück kommt noch ein Forstweg bis St. Zenon, 1928m. Eine gute Stunde lang geht es dann auf einem Bergpfad steil bergauf. Oben beim
Kreuzjoch, 2293m. machen wir eine kurze Trinkpause und ziehen uns warm an. Ein Wegweiser zeigt links haltend eine Alm an die noch nicht in unserer Landkarte eingezeichnet ist. Noch ein kleines Stückchen
müssen wir geradeaus schieben. Dann können wir auf einem geschotterten Forstweg, der in unserer Landkarte nur als Wanderweg dargestellt ist, bequem bergab rollen.
Wir rollen hinab bis
zu dem großen Parkplatz. Hier machen wir eine kleine Trinkpause und orientieren uns an der dort stehenden Wanderkarte neu. Es geht noch ein Stückchen so weiter, dann müssen wir links über die Brücke Pont
de Rü Fosch, 1493m. Auf dem Weg nach Pedratsches , 1383m über Juel, 1700m und Pescol, 1618m verhaspeln wir uns. Durch eine abgesperrte Rodelbahn oder einen Skilanglaufparcours werden wir abgelenkt. Immer
wieder müssen wir deshalb bergauf und bergab durch diese Wälder mit den schlammigen Wegen. Oft schieben wir dabei. Wir erreichen aber doch noch das Ende des Waldes und haben dadurch einen tollen Ausblick
auf den Heiligkreuzkofel .
Kurz vor Pedratsches
geht es noch mal steil eine ausgeschilderte erdige Abfahrt hinab. Die Bikes schauen toll aus und schreien nach einem Hochdruckreiniger. Das Wetter bessert sich zunehmend. Im Hotel Post rasten wir so
gegen 12:00 Uhr. Spaghetti Aglio e Oglio con Peperoncini, Kaiserschmarren und Knödelsuppen werden bestellt und gegessen. Dazu das Bayerische Schmankerl aus München. Thomas hilft Josef bei der Reparatur
der defekten Bremsen. Metallspäne aus der Felge haben sich im Bremsgummi verewigt. Das quietscht dann und arbeitet noch mehr Material wie bei einem Drehmeißel aus der teuren neuen Felge nun mit Schlag.
Einige Ziele
erreichen wir durch Stärke und Kraftanstrengung, andere durch Geduld und Beharrlichkeit, manche gar nicht.
Nun fahren wir
zunächst auf der geteerten Staatsstraße 244 weiter Richtung Stern La Villa . Dann aber biegen wir beim Hirschgehege links ab, hinunter auf den schönen geschotterten Radweg entlang dem Gaderbach . Bald
sind wir in Stern La Villa. Nun geht es nach Corvara weiter. Hier treffen wir einen Weltenbummler, der ist seit zwei Tagen, von schwäbisch Gmünd aus gestartet, unterwegs. Der Fahrradreisende trägt
keine Radlerhosen, deshalb ist sein Hinterteil auch schon wundgescheuert. Der Erlebnishungrige kauft seine Lebensmittel beim Alimentari ein und genießt das jeweilige Mahl nur an der freien Luft. Der
Abgehärtete schläft nur unter bloßem Himmel ohne Schlafsack. An seinem Ziel angelangt will der Rucksackträger dann die Civetta besteigen. Wir ordnen diesen interessanten Menschen in die Kategorie
“Student” ein.
Zum zweiten Male
weichen wir von unserer geplanten ersten Route ab. Nicht das Rif. Pralongia , 2109m, soll unser Tagesziel sein, sondern eine noch zu suchende Unterkunft in Arabba , 1601m. Also von Corvara auf den
Campolongo Pass , 1875m. Der Pass lässt sich gut fahren. Bei der Rast auf der Bank bitten uns zwei Radler um Hilfe. Bereits kurz vor der Brogles Hütte haben wir die zwei Biker getroffen. Die zwei Radler
benötigen nur eine kleine Senkkopf-Innensechskantschraube für die Fußpedalplatte der Sicherheitspedal-Ausklickhilfe. Alle auf der Strecke liegenden Bikeshops haben die beiden Biker ohne Erfolg
abgeklappert. Wir müssen leider auch verneinen, so einen kleinen Nothelfer haben wir nicht dabei. Da hilft selbst unser allseits so beliebte Notnagel „Kabelbinder“ nicht. Beide Radler müssen heute nur
noch zur Pralongia Hütte hinauf. Weiter geht es auch bei uns. Oben auf Passhöhe beim Rifugio Monte Cherz, 1875m sammeln wir uns wieder. Noch ein Cappuccino vor der Abfahrt nach Arabba.
In Arabba erkundigen
wir uns gegen 16:00 Uhr im Touristenbüro nach einer Unterkunft für uns sechs Radreisenden mit in der Nähe liegender Pizzeria. Der Angestellte zeigt aus dem Fenster. Der Gasthof Pordoi nebenan hat drei
Doppelzimmer frei und ist auch eine Pizzeria. Der Preis geht ebenso in Ordnung.
Der Wirt gibt uns
die Zimmerschlüssel oder besser tür- und Schranktresoröffnenden Scheckkarten. Das Gepäck deponieren wir auf den Zimmern. Es gibt sogar Trockenschränke für die Lederkombis und Motorrad-Stiefel die auch
uns angeboten werden. Besten Dank dafür, ein gut geführtes Haus! Danach bringen wir dann unsere Bikes in die Tiefgarage. Thomas wechselt anschließend vorsichtshalber auch seine abgenutzten Bremsbeläge in
der Tiefgarage mit vorbildlicher ausgestatteten Werkstatt für motorisierte Biker.
Nach der
Körperpflege und kleineren Einkäufen im gegenüber liegendem Super Mercato geht es in die Gaststube. Danach hinüber in den Speisesaal. Selbstverständlich verdrückt jeder eine große Pizza heute abend mit
oder ohne Insalata Mista. Der Ober hat immer, wenn er eine Flasche Rotwein an unseren Tisch bringt ein lustiges Grinsen auf seinem Gesicht. Er möchte eigentlich noch mehr verkaufen. Doch wir können nicht
so viel trinken wie er uns gerne verkauft hätte. Wer hätte das einmal gedacht? Die Nacht verläuft ohne mir bekannte Besonderheiten.
Wenn es einen Weg gibt, etwas besser zu machen, finde ihn.
Vierter Fahrrad-Tourentag: 02. September 2004, 08:00 Uhr
Kennzahlen: 35 Km, 1600 Hm, 8,8 Km/h AVS, 4:01 h Fahrzeit, 59 Km/h Max.
Das Frühstück am
anderen Tag ist großartig. Es gibt sogar gekochte Eier und Croissants. Der Kaffee ist schön stark. Wir zahlen unsere Zeche. In der Garage wird die Gabel von Wilfried wieder etwas mit Luft gefüllt. Leider
geht das wegen dem vertieften Ventilsitz der Rock Shox Federgabel nicht mit dem bereitstehenden Luftkompressor. Bani packt sein mitgebrachtes Werkzeug aus, welches die gesamte Untertasche seines
Rucksacks füllt und findet darin sogar einen Verlängerungsadapter für das Autoventil. Nun ist es etwas besser. Wir werden aber beim nächsten Radgeschäft in Canazei noch mehr Luft mit einer
Spezialpumpe auffüllen müssen.
Wir weichen wieder
Mal von unserer ersten Tourenplanung ab. Es geht nicht geschottert zur Porta Vescovo hinauf und über den aussichtsreichen Bindelweg , welcher ja einen einzigartigen Blick auf die Marmolada
gestattet, zum Pordoijoch , sondern auf der geteerten Staatsstraße auf das Pordoijoch.
Dabei treffen wir
auf zwei Oberbayern, die wollen genau so biken wie ich damals vorhatte. Eine gute Stunde etwa fahren wir bis zur Passhöhe Pordoi. Es lässt sich aber gut treten. Dann rollen wir abwärts. Kurz nach dem
Abzweig Sellajoch rechts hinauf oder Canazei links hinab warten wir auf die anderen etwas länger. Wieder ein Plattfuß. Diesmal bei Josef. Bald sind wir in Canazei. Dort erst mal zu dem sehr freundlichen
und hilfsbereiten Radhändler. Die Gabel von Wilfried wird von ihm persönlich, mit der Spezialluftpumpe für Dämpferelemente, so richtig unter Druck setzen. Josef kauft einen neuen Schlauch. Nebenan im
Spargeschäft gibt es Coca Cola.
Am Fuße des Berges sieht jeder Aufstieg gigantisch aus, aber mit jedem Schritt wird er geringer.
Weiter geht es dann
auf einem Radweg bis nach Campitello im Fassatal , 1414m. Dort lassen wir uns noch mal einen Cappuccino schmecken. Gleich darauf geht es sehr steil auf einem schotterigen Forstweg bergauf. Unser
Zwischenziel ist das Rifugio Micheluzzi, 1860m. Dort essen wir sehr gut zu Mittag. Knödelsuppen und diverse Spaghetti. Auch wieder mal Bratkartoffeln mit Spiegelei. Ob mit oder ohne Speck. Die
vorbeiwandernden Italiener sind sehr an der Brems- und Dämpfertechnik unserer Bikes interessiert, Werner mag das gar nicht so gerne. Erst als ein Mädchen auf einem Pferd vorbeireitet, entdeckt er wieder
ein Motiv für seine Canon Ixus Digitalkamera. Es fällt uns auch ein sehr modisch gekleideter Biker auf. Beine und Arme zeigen Schürfwunden. Er ist wohl bei der Abfahrt von der Plattkofelhütte
gestürzt. Er füllt sich nur seine Wasserflasche und begibt sich dann schleunigst auf die Weiterfahrt. Die gefahrene Zeit ist für diese Sorte Freizeitsportler doch am wichtigsten! Solche sportiven Biker
gibt es auch in den Dolomiten!
Wir sitzen dabei in
der Sonne. Hinter dem Haus wäre zwar ein tolles Panorama aber keine wärmende Sonne. Das Panorama sehen wir in Folge. Es öffnet sich eine wahre Traumwelt für uns. Schöne Weiden für die glücklichen Kühe.
Kleine uralte Bauernhäuser. Bald darauf geht es wieder bergauf. Hinauf zum Tierser Alpl. Noch mal eine gute Stunde. Dann sind wir auf dem Passo Duron. Wir haben eine tolle Aussicht auf die Etappe am
zweiten Tag. Nun geht es noch mal eine saftige Stunde bergauf. Zu dem Windrad dort oben. Nur ein einheimischer Biker, mit Starrgabel ohne Scheibenbremsen und ohne Rucksack unauffällig normal gekleidet,
fährt an uns allen vorbei. Hinter der Kuppe steht das Tierser Alpl , 2440m.
Auch das meistern
wir. Voll im Zeitplan erscheinen wir um 18:00 Uhr auf der Schutzhütte Tierser Alpl. Noch eine Spezialität aus Bayern im Freien. Der einheimische uns überholende Biker saugt dabei gierig an seiner
Trinkflasche im Gras. Dann werden die Zimmer bezogen. Die verschwitzte Haut schreit nach frischem Wasser und gut duftender Seife. Die Holländer auf der Stube scheinen schon geduscht zu haben. Eilig
verlassen die den Raum. Die Käsefüße lassen grüßen!
Unten in der
Gaststube haben wir einen reservierten Tisch. Der Service mit dem Essen ist flott unterwegs. Es klappt wie am Schnürchen. Nach dem Essen vertreten die Ingerkinger und Wilfried, bei der so langsam
untergehenden Sonne, sich die Füße. Es geht zu Fuß zur Rosszahnscharte . Der Weinkonsum geht wieder mal ziemlich in den Keller. Ist der zu kalt? Ist der nicht süffig? Woran liegt das nur? Kurz vor 22:00
Uhr müssen wir in unser Lager. Hinein in den Hüttenschlafsack. Ruhe.
In einigen Fällen ist es gut, ein paar kleine Schritte zurück zu gehen, um dann einen großen nach vorne zu tun.
Fünfter Mountainbike-Tourentag: 03. September 2004, 07:00 Uhr
Kennzahlen: 38 Km, 600 Hm, 14 Km/h AVS, 2:46 h Fahrzeit, 72 Km/h Max.
Das Frühstück ist
spartanisch. Kaffee, Weißbrot, Marmelade ganz am Schluss noch eine Wurstplatte. Der Service am Abend ist wesentlich besser gewesen. Wir holen unsere Räder aus der Garage. Nun bremsen wir erst wieder sehr
steil zurück auf den Duronpass, 2204m. Dort weiter hinab zum Rifugio Dialer , 2145m dort liefert ein Bäcker gerade frische Panini an. Noch weiter geht es auf dem Schotterweg abwärts. An den Haflingern
vorbei die kurz darauf ein Bergbauer sucht. Wir ziehen unsere langen Kleidungstücke aus. Denn es geht sogleich wieder bergauf. Bald sind wir an der Mahlknechthütte , 2054m. Es geht nun in Folge an der
Pseierschwaige, 2058m, Sattleralm, 2033m und Partschotalm, 2004m vorbei.
Am Scheitelpunkt wo
es wieder abwärts geht wird die Forststraße wieder asphaltiert, an den Hotels Goldknopf
Panorama und Santner vorbei, bis nach Kompatsch , 1444m. Dort geht es asphaltiert wieder bergauf. Richtung Puflatsch Bergstation , 2000m. Dann weiter auf dem schotterigen Wanderweg zum Fillner Kreuz, 2100m. Dort haben wir eine herrliche Aussicht. Unter uns sieht man die Pufler Schlucht. Vor uns sieht man den Raschötz. Das Wetter ist ideal geworden. Das haben wir uns mittels unserer Waden erarbeitet und mit viel Schweiß bezahlt.
Gerade die Mußestunden haben einen großen Anteil an unserem Erfolg.
Nun geht weiter auf
schmalen Wanderwegen, wo auch manches Stück das so geliebte Bike geschoben bzw. getragen wird, über die Hexenbänke , Puflatsch, das Goller Kreuz, 2104m zur Arnika Hütte, 2061m. Dort erfrischen wir uns
mit Buttermilch und Cappuccino. Dann geht weiter zur Puflatsch Bergstation. Dort essen wir so gegen 11:30 Uhr verschiedene Pastagerichte und Knödelsuppe. Dazu Spezialbier und Wein. Wir genießen das
Panorama auf den Langkofel und Plattkofel. Vor uns liegt die Seiseralm. Diese Tour nähert sich dem Ende.
Wir fahren wieder
geteert weiter Richtung Saltria, 1706m. Dort nehmen wir den schotterigen Weg über das Jendertal . Hinab in das schöne Grödner Tal. Am Grödner Bach entlang. Ein Lastkraftwagen nimmt uns dabei
massestrotzend vor St. Ulrich die Vorfahrt. Noch kurz durch Überwasser , 1268m, das letzte Stück fahren wir auf der Staatsstrasse 242 bis zum Weißen Rössl in St. Peter. So gegen 15:00 Uhr sind wir da.
Wir laden die Räder
auf. Ziehen uns frische Reiseklamotten an. Dann verabschieden wir uns gegenseitig. Die zwei Autos begeben sich auf die Heimreise. Diese Dolomiten Tour ist nun beendet.
>> Das machen wir schon immer so...<< Sollten wir es jetzt nicht gerade deswegen einmal anders machen?
Vorschau und Ausblick für das Jahr 2005:
Nächstes Jahr geht
es nach Sterzing . Dort gibt es einige Dynamite Trails zu erkunden. Wir werden uns wieder sehr gut auf diese Tour vorbereiten müssen. Spätestens ab April werden wieder wöchentlich die Kilometer
heruntergespult. Jeder weiß inzwischen was ihn erwarten kann. Das nächste Tourenfest wäre bei Werner geplant.
Fußnoten:
Brenner, Brennero, Grenzübergang zwischen Österreich und Italien Weißen Rössl in St. Peter im Grödnertal Tel. 0471-796244) Grödnertal, Val Gardena, Gherdëina:, Ladiner
Nikotaschka, Spezialgetränk aus z. B. Cognac mit darauf servierter Zitronenscheibe und Kaffeepulver bestreut St. Ulrich, Ortisei, Urtijëi, 1265m Rungaditsch, Roncadizza, 1177m
Pufler Schlucht, Pufels, Bulla Kastelruth, Castelrotto, 1060m Großes Moos, Palü Grande, 1861m Seiseralm, Alpe di Siusi, 1800-2000m
Duronpass, P.so Duron, Sella di Cresta Nera, Mahlknecht Joch, 2204m Langkofel, Sassolungo, Saslonch, 3181m Plattkofel, Sasso Piatto, Sasplat, 2958m
Ochsenwald, Bosch dai Bues Christainer Wald, Ciandevaves Regensburger Hütte, Rifugio Firenze in Cisles, 2037m, Tel. 0471-796307
Geislergruppe, Le Odle, Große Fermeda, Gran Fermeda, 2873m, Sass Rigais, 3025m, Furchetta, 3030m St. Christina, S. Cristina, St. Crestina, 1390m
Wolkenstein i. Gröden, Selva di V. Gardena, Selva, 1537m Aschgleralm, Mastle Cucasattel, Sella Cuca, 2153m Seceda Seilbahn Mittelstation, Furnes, Murac, 1693m
Raschötz, Rasciesa Raschötzhütte, Rif. Rasciesa, 2170m Heilig Kreuzkapelle, Santa Croce, 2198m Außerraschötz, Rasciesa di Fuori, 2281m
Flitzerscharte, Forcella Valluzza, 2107m Cason Hütte, Malga Saltner, 2111m Villnösstal, V. di Funes Innerraschötzer Alm, Rasciesa di Dentro
Brogles Sattel, Pso di Bregles, Ëur de Bredles, 2119m Brogles Hütte, Rif. Malga Bredles, 2045m
Plattfuß sog. Snake Byte, Schlangenbiss, zwei Schlauch-Durchschläge von der Felge herstammend Gschnagenhardtalm, Malga Casnago, 1996m, alte Gschnagenhardtalm, neue Gschnagenhardtalm
Zanser Alm, Malga Zannes, 1670m Schlüterhütte, Rif. Genova, 2301m Berggasthaus Sass Rigais, Fam. Oberhammer, Tel. 0472-840133, 1680m
Kreuzjoch, Forcella S. Zenon, 2293m Pedratsches, Pedraces, 1383m Heiligkreuzkofel, Monte Cavallo, 2907m Stern La Villa, La Ila, 1477m Gaderbach, Rio Gadera
Corvara, Corvara in Badia, 1522m Civetta, 3218m Rif. Pralongia, 2109m Arabba, Rèba, 1601m Campolongo Pass, Pso. Di Campolongo, 1875m
Canazei, Cianacèi, 1440m Porta Vescovo, 2478m, Padonkamm Bindelweg auf dem Padonkamm Marmolada, P.ta Penia, 3343m
Pordoijoch, P.so Pordoi, Jëuf do Pordou, 2239m Campitello im Fassatal, Campitello di Fassa, Ciampëdel, 1414m Plattkofelhütte, Rif. Sasso Piatto, 2300m
Tierser Alpl, Tel. 0471-727958, Rif. Alpe di Tires, 2440m Rosszahnscharte, Denti di Terrrossa, 2499m Rifugio Dialer, Casa del T.C.I. Sciliar, 2145m
Mahlknechthütte, Rif. Molignon, 2054m Goldknopf, Punta d´ Oro Kompatsch, Compaccio, 1444m Puflatsch Bergstation, Bullaccia, 2000m
Hexenbänke, Pance delle Strenghe, Banc dala Stries Jendertal, Val de Iender Überwasser, Oltre Torrentre, Sureghes, 1268m Sterzing, Vipiteno
Dynamite Trails, Militärstrassen
Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.
Das Gesamtprofil aus der allerersten Tourenplanung durch die vier ladinischen Täler:
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