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1997 Stilfserjoch

Der Weg ist das Ziel                                   Stand: 27.02.2007-18:00

  • Start: Aichstetten (D-Baden-Württemberg) / Ziel: Prad (Italien - Vinschgau - Südtirol)
  • Daten: 5 Tage / 349 Kilometer / 8650 Höhenmeter / Sattelzeit: 25 h 25 min / AVS: 13,7 Km/h
  • Sonstiges: Zwei Tage im Regen gefahren - Überlebt - und dadurch noch härter für kommendes geworden! Es war eine komplett asphaltierte Tour.
  • Landkarten: Regio-Card Oberschwaben Südblatt / Regio-Card Allgäu Westblatt / Europakarte Mair-Verlag Schweiz Blatt 2 / Kompasskarte Nr. 02 Bregenzer Wald
  • 5/6 Teilnehmer (Bike): Bernhard (TREK) , Gisela (Cannondale),  Martin (Epple), Thomas (Schauff), Werner nur in JHB Feldkirch dabei (Hopp), Wilfried (Dawes). Werner fährt nach Feldkirch mit der Eisenbahn und auch wieder zurück!
  • Zeit: Von Freitag, den 01. August 1997 bis Dienstag, den 05. August 1997
  • Übernachtung: Jugendherberge Feldkirch (A), Hotel Rätia Filisur (CH), Hotel Baer Post Zernez (CH), Pension Alpenrösli Santa Maria (CH), Pension Ortlerhof Prad (I)
  • Pässe: Luzisteig, Lenzerheide von Chur hinauf, Lenzerheide nach Tiefencastel hinab, Albulapass von Tiefencastel hinauf, Albulapass-Bilder, Albulapass nach la Punt hinab, Ofenpass von Zernez hinauf, Ofenpass-Bilder, Ofenpass hinab bis Sta. Maria, Umbrailpass von Sta. Maria hinauf, Umbrailpass-Bilder, Stilfser Joch vom Abzweig Umbrailpas hinauf, Stilfser Joch-Bilder, Stilfser Joch nach Prat hinab.
  • Bericht: Mehrtägiger Rad-Touren-Bericht hier.
  • Zum Online-Radtourenbericht geht es hier nach den Bildern weiter...
  • Bilder: siehe unten
  • Vorstellung

    Gespannt

    Fünfe

    Unterstand

    Jugendherberge

    Gaukler

    Brezeln

    Wiegetritt

    Lenzerheide

    Hotel Raetia

    Radlpflege

    Albulapass

    Absturz

    Passstr aßenbli ck

    Viadukt

    Albulapass

    Abendbild

    Hotel Baer Post

    Ofenpass

    Umbrail pass

    Barthaare

    Ziellinie

    Sonnenunterga ng

    Alpenrösli

    Start

    Umbrailpass

    Gezeic hnet

    Gruppenbild

    Stilfser Joch

    Passo Stelvio

    Passschild

    Ortler

    Wurstessen

    Enspannt

    Heimreise

  • Einleitung
  • Erster Tag - Aichstetten - Feldkirch
  • Zweiter Tag - Feldkirch - Luzisteig - Lenzerheide - Filisur
  • Dritter Tag - Filisur - Albulapass - Zernez
  • Vierter Tag - Zernez - Ofenpass - Sta. Maria
  • Fünfter Tag - Sta. Maria - Umbrailpass - Stilfser Joch
  • Schluss
  • EINLEITUNG
  • vergangene Tourenerlebnisse die teilweise nur auf dem Papier vorhanden sind.
  • 1992: Altmühl-Kanu-Tour
  • 1993: Lechtal-Tour
  • 1994: Bodensee-Umrundung u. Kanu- und Radl-Tour Schwäbische Alb
  • 1995: Genf-Tour
  • 1996: Bamberg, Oberfranken-Radltouren
  • Wir haben uns seit unserer Altmühl-Kanu-Tour eine einmal jährlich gemeinsame Tour vorgenommen. Dabei sind wir jederzeit offen in der Teilnehmerzu- bzw. abnahme.

    Unser Ziel 1997 soll Prad in Südtirol sein. Wir (das sind diesmal Bernhard, Gisela, Martin, Werner und Wilfried) treffen uns erstmals im Cafe-Eck. Zwei Routen stehen zur Auswahl.

  • (1) Variante Österreich:
  • Gaichtpaß - Hahntennjoch - Timmelsjoch - Vinschgau - Prad
  • (2) Variante Schweiz:
  • durchs Allgäu bis Feldkirch - Luzisteig Liechtenstein - Flüelapaß
  • Ofenpaß - Umbrailpaß - Stilfser-Joch
  • Wir entscheiden uns gemeinsam für die teurere (Schweiz) Route. Der Ankunftszeitpunkt steht fest. Bernhard ordert eine Ferienwohnung für seine Familie und wird dort ca. 1 Woche nach Ankunft verweilen. Martin will hier seine Familie empfangen und nach einem Tag Ruhe weiter an die Adria reisen. Gisela, Werner und Wilfried werden die Heimreise von hier antreten.

    Nun wird die Route in kleine Häppchen zerlegt und danach in Rückwärtsterminierung der START-Zeitpunkt bestimmt.

  • 1. Tagesetappe: Aitrach -> Feldkirch (A)
  • 2. Tagesetappe: Feldkirch -> Filisur ((Tiefencastel) (CH)
  • 3. Tagesetappe: Filisur -> Albula-Paß -> Zernez
  •   (Abweichung von Planung -> Wolfgangsees -> Fluelapass)
  • 4. Tagesetappe: Zernez -> Ofenpaß -> Sta. Maria
  • 5. Tagesetappe: Alpenrösli -> Umbrailpaß -> Stilfser Joch -> Prad
  • Thomas ein Ingerkinger stößt kurzfristig zum Team hinzu.

    Erster Tag

  • Freitag der  01. August 1997:
  • 113 Km
  • 850 Höhenmeter liegen heute vor uns
  • Ausgangspunkt: Aitrach: 590m 09:15 Uhr
  • Es ist 08:30 Uhr. Wir befinden uns in Aitrach beim Bernhard im Wohnzimmer. Es nieselt draußen. Werner und Wilfried sind mit dem Campingbus von MM-Berg angefahren. Martin und Thomas wurden von Anita aus Ingerkingen angeliefert. Gisela fährt von Steinheim mit dem Rad hierher.

    Die Stimmung könnte besser sein. Als Alternative haben wir uns die Joker-Variante Eisenbahn bis Lindau freigehalten. Wir stimmen ab. Erste Stimmen für die Eisenbahn erscheinen. Da ein Lichtblick, Gisela sagt - wir fahren - Thomas war das gleich sympathisch - das war der Durchbruch. Also Regenklamotten an und los. Werner als Sonnenliebhaber fährt mit der Bahn (wir vereinbaren ab 16:00 Uhr stündlich Treffpunkt in der Schattenburg in Feldkirch).

    Der Nieselregen ist anfangs noch erträglich. Doch in Aichstetten beim Betonwerk ziehen die letzten noch volles Regenzeug an und dann geht es weiter. Der Büroleiter bittet uns sogar zum Aufwärmen ins Büro. In einem Bushaltehäuschen bei Herlazhofen machen wir die erste Rast. Es wird einfach nicht besser mit dem Regen.

    Wir treten wieder. Dann nahe Isny erwischt uns ein voller Schauer. Wir stellen uns bei einem Bauern in der Scheune unter. Wir scherzen mit den Kindern über Schnitzel bis Ferienwohnung. Der Regen lässt nach.

    Wir treten wieder. Wir haben uns da eine ziemlich anspruchsvolle Strecke um Isny rausgesucht - toll bei schönem Wetter - aber bei Regen?. Die Stimmung geht so nach und nach bei jedem in den Keller, gegenseitig motivieren wir uns zum weitermachen. Thomas kennt eine Wirtschaft in der Nähe. Dort wollen wir Mittagspause machen. Klatschnass kommen wir als erste Gäste ins Lokal uns erwartet ein muffiger Wirt. Werden nach dem Eintreffen von mehr Gästen vom Wirt zum Anziehen ins Nebenzimmer aufgefordert. Wir laben uns an Pasta und Suppe. Waschen unsere Socken mit warmen Wasser und begeben uns ins Nebenzimmer.

    Wir treten wieder. Die Eisenbahnpläne sind wieder mal untergegangen. Bei Thomas lässt das vordere Ventil Luft nach. Ein BayWa-Lagerhaus hilft mit kostenloser Luft aus dem Allgäu nach. Wir nähern uns der Österreichgrenze. Keinerlei Übertritts-Probleme. Der Zöllner prophezeit uns allerdings noch zwei Tage Regen. Thomas deckt sich in Vorarlberg mit Wecken ein. Wir suchen ein Café zum Einkehren, entscheiden uns aber dann nur für eine kurze Rast bei einem Parkplatz, wegen der An-  u. Auskleidekomödie. Der Werkstattbesitzer kann es gar nicht glauben, dass wir bei diesem grauslichem Wetter unterwegs sind. Nach Riegel und Banane con biolectra plus ...

    Wir treten wieder. Langsam lässt der Regen nach. Bis zur Jugendherberge nach Feldkirch läuft es super. Abgekämpft und voller Hoffnung treten wir an die Rezeption. Ein junges Pärchen mit Auto angereist steht vor uns, der Chef telefoniert mit anderen Pensionen. Es ist gerade Gaukler-Treffen in Feldkirch, keine Chance ein Zimmer zu erhalten. Wir sind nun acht Stunden unterwegs - stehen mit voller Regenmontour erschöpft da - und erhalten ein Matratzenlager. Ein Stein fällt von aller unserem Herzen. Wir fühlen uns nach warmer Dusche und neuer Wäsche - Werner wird per Telefon auch zu uns in die Jugendherberge gelotst. Nun sind wir komplett, zu Fuß gehen wir auf die Schattenburg, danach feiern wir in der JHB Werners Geburtstag mit den Gauklern zusammen. Dabei verschafft der Weltenbummler seinem Reisegepäck Erleichterung durch Herausgabe der Landjäger, Laugenbrezeln und Hanutas. Es wird eine lange Nacht, für manchen mit Problems.

  • Zielpunkt: Altenstadt b. Feldkirch Jugendherberge: 430m 17:45 Uhr;
  • 200 öS ÜF + Bettwäsche + Handtuch Matratzenlager,
  • Essen in der Schattenburg das Riesenschnitzel 179 öS, + viele Schnäpse a` 50 öS
  • Fahrzeit: 5:21h
  • Streckenverlauf: Aitrach - Aichstetten - Ottmannshofen - Leutkirch - Allmishofen (Bushaltestelle 1. Rast - 4Km -> Urlau - 4Km -> Winnis 4Km -> Unterried  - 4Km -> Dorenwaid - 6,5Km -> Happareute - 4Km -> Auers -5Km -> Weiler (631)- 9Km -> Grenzübergang Deutschland -> Österreich Vorarlberg Neuhaus - 3Km -> Hintergschwend - 16Km -> Wolfurt/Kennelbach (412) - 8Km -> Dornbirn (438) - 6Km -> Hohenems (432)- 5Km -> Götzis (448)  - 8Km -> Rankweil (502)- 5Km  Feldkirch/Altenstadt (458)

    Alternativ: Eisenbahnanreise über Lindau weiter bis Feldkirch wie Werner ca30,-,- DM

    Ausweichstrecke: keine ausgesucht

    Sehenswert: Feldkirch Altstadt

    Zweiter Tag

  • Samstag der 02. August 1997:
  • 92 Km
  • 1700 Höhenmeter liegen heute vor uns
  • Ausgangspunkt: Altenstadt b. Feldkirch Jugendherberge: 430m 09:45 Uhr
  • Keiner klagt am anderen Morgen (oder kann gar nicht mehr klagen) beim reichlichen Frühstücksbuffet über die kurze Nacht.

    Gegen 09:45 Uhr treten wir wieder. Es regnet mehr wie am Vortag. Werner hat sich wieder in den Zug gesetzt Richtung Heimat, er liebt die Wärme und ihn sehnt es an den Gardasee. Wir lassen in Liechtenstein die Nobelschmieden Hilti&Co rechts und links liegen.

    Denn unsere 1. Prüfung an diesem Tage wartet auf uns. Der Luzisteig 713m. Die zierlichen Alpenveilchen am Wegesrand werden nur von wenigen aufmerksamen Augen entdeckt. Die Abfahrt bei diesem nassem Wetter mit dem feinen Schmirgelsand kostet so manchem dabei seinen Bremsbelag. In Maienfeld decken wir uns im Städtli-Markt mit Bananen und Wecken (Thomas ist Schweizer-Brot-Liebhaber) ein.

    Wir treten wieder. Wir kehren in einer Pizzeria in Landquart zur Mittagspause ein. Das Ausziehen der Regenklamotten ist jedesmal eine Tortur. Neidvolle und abweisende Blicke der Gäste streifen uns wieder einmal dabei. Bei Pasta, Pizza und Kaffee sammeln wir wieder Kräfte. Das Bremsbelag-Problem werden wir bei einem Radhändler um die Ecke lösen. Thomas fiebert schon der Öffnungszeit 14:00 Uhr entgegen. Mit warm ausgewaschenen Socken - ein tolles Feeling - und voller Trinkflasche geht’s Richtung Radlladen. Was für ein Geschäft für diesen Inhaber an diesem Tag.

    Wir treten wieder. Es geht nach Chur und nicht wie zuerst geplant nach Klosters. Vor Chur können wir gegen 15:00 Uhr die Regensachen verstauen. Die Lenzerheide 1549m wartet schon auf uns. Kurz vorher machen die letzten noch eine Anzugserleichterung.

    Wir wollen wieder in die Pedale treten. Da ein Aufschrei von Thomas: „ich hab einen Platten!“ Gisela und Martin treten zusammen bergan voraus. Bani, Wilfried und Thomas flicken das Rad. Ein ca. 1cm langer Glassplitter hat sich mit Erfolg durch die Decke gemüht und dem Schlauch zur Entleerung verholfen.

    Wir treten wieder. Müssen die Vorreiter langsam einholen. Gegen 19:00 Uhr heißt es das erste mal auf dieser Tour Pass geschafft, wir beglückwünschen uns zu unserem Erfolg. Nun heißt es langsam ans Nachtlager denken. In Brienz gibt uns eine junge Familie den Tip mit Hotel Rätia in Filisur 1036m. Dahin müssen wir also noch heute Abend. Dort finden wir ein gepflegtes Haus und liebevolle Betreuung des Chef des Hauses vor. Er stellt uns das Vier - Gänge - Menü vor und empfiehlt für die Nicht-HP-Gäste die Pizza zum Hauptgericht zu servieren. Gesagt und getan. Das Essen zieht sich in die Länge und der Hunger bei den Pizzenliebhabern immer größer. Es wird wieder mal spät in dieser mit viel Holz ausgestatteten Gaststube. Ein guter Schlaf ist allen gegeben.

  • Zielpunkt: Filisur vor dem Albulapaß Hotel Rätia: 1036m 19:30 Uhr,
  • 55 sFr. ÜF + 25 SFr HP ((4-Gänge-Menu)
  • Streckenverlauf: Feldkirch (458) - 9Km -> Nendeln - 5Km -> Schaan  - 5Km -> Vaduz (456) - 8Km ->  Balzers - 8Km ->  10% Luzisteig (713)  11% --> Maienfeld - 5,5Km -> Landquart  (530) - 15Km ->  Chur (595) - 29Km -> 11% Lenzerheide (1473) 10% - -> Alyaschein --> Brienz - 8Km -> Filisur  (1032)

    Alternativ: Eisenbahnanreise evtl. bis Chur

    Ausweichstrecke: keine ausgesucht

    Sehenswert: Vaduz, Maienfeld, Landquart, Chur: Bischöflicher Hof, Kathedrale, Bündner Nationalmuseum,

    Dritter Tag

  • Sonntag der 03. August 1997:
  • 60 Km 
  • 1650 Höhenmeter  warten heute auf uns
  • Ausgangspunkt: Filisur vor dem Albulapaß Hotel Rätia: 1036m 08:50 Uhr
  • Albula-Paß - La Punt - Zernez
  • Gott sei Dank - das Wetter wird gut, die Sonne scheint. Das Richtige für den Albula-Paß. Herrliche Ausblicke auf eine grandiose Bergwelt belohnen unseren Durchhaltewillen bis hierher.

    1. Rast in Bergün. Gisela macht Bilder vom schönen Dorf mit Brunnen. Bani und Wilfried gehen auf eine Tasse Kaffee mit Gipfel.

    Der Rest tritt weiter. Zwischen 13:00 und 13:30 Uhr Ankunft am Pass, Paßhöhe 2312 m, 1335 Höhenmeter von unten, Fahrtzeit 2:36 h, 22Km, 8,4Km/h, Steigung 12% gemäß Denzel-Alpen-Straßenführer. Das zweite mal auf unserem Trip heißts Pass geschafft!

    Ein tolles Landschaftserlebnis liegt hinter uns und die Tür ins Engadin wird geöffnet. Beim Paß-Hospiz stärken wir uns mit Pasta, Suppe und Bündner Sandwich.

    Wir treten wieder. Während der Abfahrt auf halber Höhe platzt dem Martin der Schlauch und ein 2cm langer Schlitz direkt an der Felge muß mit Tapen verstärkt werden. Wir suchen im ganzen Ort den Radhändler, Zimmer sind auch schlecht zu erhalten (Bani + Wilfried suchen herum), Thomas greift in einer Pizzeria einen Sporthändler auf der uns einen 26“-Mantel sofort ausliefern würde. Aber Martin benötigt einen 28“-Mantel. Wir entscheiden zusammen noch eine Stunde bis Zernez zu fahren, Abfahrt gegen 17:00 Uhr. Wilfried prophezeit -> Alles geht bergab?!

    Wir treten wieder. Aber wir nehmen den Radweg, statt Autostraße. Die letzten 20Km nach Zernez sorgen wunderschöne Wald- und Feldwege ((Spinnwebenhauswurz und Glockenblumen) und klare Aussichten und nochmals 300m Anstieg für den richtigen Ausklang an diesem Tag

  • Zielpunkt: Zernez Hotel Baer Post : 1036m 19:30 Uhr,
  • 15 sFr. Touristenlager + 5 sFr. Bettwäsche + 12 sFr. Frühstücksbuffet
  • Abendessen im selben Haus, Stange, Kübel Hexenbier im Vollmond abgefüllt, Giselas schlimmste Nacht, Martin und Thomas sinnieren über ihre Mantellösung. Tür geht ständig auf. Geräuschkulisse zu hoch. Licht brennt ständig.

  • Spezialitäten Bündner Fleisch und Graupensuppe sowie Süßspeisen werden vertilgt.
  • Fahrzeit: 4:30h
  • Schnitt: 13 Km/h
  • Streckenverlauf: Filisur (1032) [Hotel Rätia] - 6,5Km -> Bergün (1367) [kleine Rast]- 11,5Km ->  12% Albulapaß (2312m)  12% -7,5Km ->  La Punt-Chamues-ch (1687) [Aufenthalt wg. Fahrradhändler] -20Km ->  Zernez (1472) [Touristenlager Baer Post]

    Alternativ: keine ausgesucht, wenn keine Wetterbesserung, dann Rückholung bzw. -fahrt

  • Ausweichstrecke: bei Wetterverschlechterung (Schnee!) Weiterfahrt übers Engadin
  • Zernez (1472) -> Susch (1426) -> Scuol  (1244) -> Martina (1035) -> Nauders (1394)
  • -> Reschenpaß (1497)  -> Glurns (920)-> Prad (920)  ca. .... Km und .... Höhenmeter
  • Sehenswert: Filisur erkergeschmückte Steinhäuser lassen engadiner Einfluss erkennen,

    zum Albulapaß: Landschaftlich schönste Strecke ins Engadin, am wenigsten gut ausgebaut, unterer Teil der Ostrampe verläuft durch schöne Lärchenwälder, zwischen Bergün und Preda ungewöhnlich interessante Trasse der Albulabahn, in dem Wasser des stimmungsvollen Lai da Palpuogna spiegelt sich der Doppelgipfel Piz Dschimels, nach windungsreicher Strecke begleiten einen Geröllfelder des Teufeltals bis zur Scheitelhöhe, schöne Aussicht gegen W auf Piz Bleis Marscha (3128) u. Piz Ela (3339), Abstieg ins Engadin verhältnismäßig kurz durchs tal der Ova d´Alvra, zuletzt Gruppe von 10 Kehren bis zum jungen Inn.

    Vierter Tag

  • Montag der 04. August 1997:
  • 42 Km / 1800 Höhenmeter liegen vor uns
  • Ausgangspunkt: Zernez Hotel Baer Post : 1036m 09:30 Uhr
  • Martin und Thomas sind bereits seit 06.30 Uhr auf den Beinen, wollten zuerst mit der Bahn/Bus nach La Punt zurück (Radhändler) 2 Mäntel im Jahr = Jahresverbrauch. Per Anhalter geht’s schneller und wie ein ausgebautes Rad die Wartezeit verkürzen kann sind ihre Erfahrungen an diesem Tag.  Bani, Gisela und Wilfried widmen sich einem ausgedehnten Frühstück im Hotel Baer. Das aufgebaute Buffet lässt keine Wünsche offen, für alles ist bestens gesorgt - bis aufs Ei.

    Bani und Wilfried warten danach die Räder (Bremsbeläge austauschen, Telegabeln ölen, Bremsbowdenzüge ölen, Ketten ölen). Gisela steht währenddessen auf einmal türlos im Touristenlager und bewacht das Gepäck.

    Gegen 09:00 Uhr sind Martin und Thomas bereits wieder zurück. Letzte Montagetätigkeiten werden vollzogen.

    Und wir treten wieder. Der Ofenpaß 2149m 10% Steigung ist etwas stärker befahren. Das Wetter macht bärig mit und wir erleben tolle Aussichten bei der Fahrt durch den Schweizer Nationalpark ins Münster-Tal. Diese Sonnenstrahlen genießen wir auch bei der ersten Rast bei Ova Spin. Die Penaten-Creme vom Bani erweist sich wieder mal als sinnvolles Mitbringsel. Martin versorgt seine Stirnpartie, Wilfried schmiert sie dick auf seine Augenlider und so mancher hat sie schon vor der Abfahrt an alle benötigten Abschmierstellen aufgetragen. Alles Sache von Prophylaxe, na klaro.

    Vor der zweiten Rast bei Jl Fuorn wollen wir es alle nicht glauben, ein Pass hat die Eigenschaft im Anstieg zu steigen. Die Straßenführung täuscht einem aber ein Gefälle vor. Wir treten in die Pedale und denken der Reifen klebt am Asphalt. Bei der Pause gönnen wir uns Cola und Suppenterrine. Teuerste Carbon- und Kevlarbikes zieren die Abstellmöglichkeiten um uns herum. Das erkennt nur Banis geübtes Auge. Wasserflaschen noch mal füllen und ...

    wir treten wieder bergan. Um 13:30 Uhr befinden wir uns auf 2149m Höhe auf dem Ofenpaß. Wieder mal Pass geschafft, die Anstrengungen sind vergessen ob der prächtigen Aussicht. Wir gestatten uns jeder einen Café Creme und halten Kettengespräche mit anderen Bikern, denn wir gehören dazu und halten alle zusammen. dabei erfährt man schon mal noch den kleinsten Kniff zur Verbesserung seiner selbst. Es sind schon Tiere hier unterwegs wenn man alles glauben kann was sie von sich geben. Wir machen uns wieder fit für die Abfahrt und ...

    rollen wieder bergab. Bei der Abfahrt vom Ofenpaß erleidet Giselas Hinterrad einen Plattfuß. Ein Metallspan hat sich durch die Hohlkammerfelge gearbeitet und ein kleines Löchlein erzeugt. Wir sind am frühen Nachmittag bereits in Sta. Maria. Die JHB öffnet erst um 17:00 Uhr. Wir fassen den Entschluss in Sta. Maria noch 1 Stunde den Umbrailpaß (dieses Stück hat 14%!) hochzufahren (= 5,5Km Weg). Also gehen wir zur Touristeninformation. Dort vermittelt uns die sehr hilfsbereite Angestellte Zimmer im Alpenrösli. Sie sagt es sei sehr gut mit dem Velo zu fahren, ca. 30 Minuten und einfach (nur 14%!).

    Wir treten wieder. Wir brauchen bald die doppelte Zeit, sind aber dann doch froh das heute noch gemeistert zu haben. Gisela nimmt dabei dem Thomas den ersten Etappen-Sieg, sie spurtet von unten bis oben ohne Pause direkt ins Alpenrösli. Wir sind an diesem Tag fast die einzigen Gäste des sehr lieben Wirtspaares die nur noch ein Jahr hier sein werden. Wir sind alle von den üppigen Portionen, der frischen selbst gemachten Speisen und den zivilen Preisen positiv angetan. Pasta, Gulaschsuppe, Eisbecher werden gnadenlos vertilgt und sollen die Glykogenspeicher füllen. Wir erleben einen traumhaften Sonnenuntergang und verlagern danach unseren Sitzplatz nach drinnen. Lange halten wir es noch aus und sind gute Gäste bei der Wirtin. Unser Frühstückstermin um sieben morgens klappt auch.

  • Zielpunkt: Sta Maria Alpenrösli : 1780m 16:30 Uhr,
  • 25 sFr. Mehrbettzimmer 40 sFr. Zimmer ÜF
  • Abendessen im selben Haus, Stange, Kübel
  • 11,8Km/h, Steigung 10% ->Denzel, Fahrzeit: 3:10h, Schnitt: 13 Km/h
  • Streckenverlauf:  Zernez (1472)  - 6,5Km -> Ova Spin  - 5,5Km -> Punt la Drossa (1709) - 3Km -> Jl Fuorn - 6,5Km -> 10% Ofenpaß (2149m)  10% - 13,5Km -> Sta. Maria (1375)

    Alternativ: keine ausgesucht, wenn keine Wetterbesserung, dann Rückholung bzw. -fahrt

    Ausweichstrecke: bei Wetterverschlechterung (Schnee!) Weiterfahrt übers Engadin

    Sta. Maria (1375)  14Km  -> Münster --> Taufers (1259) ->   -> Glurns (920) -> Prad (920)  ca. .... Km und .... Höhenmeter

    zum Ofenpaß: Einzige innerstaatliche Verbindung mit dem abgeschiedenen Münstertal, dadurch einige Verkehrsbedeutung, touristisches Interesse auch durch den Verlauf durch den Nationalpark (Gemsen, Steinböcke, Steinadler, reiche Flora), ostwärts durch durch das enge Spöltal, mehrere Galarien werden durchfahren, bemerkenswerte Ausblicke auf die Spölschlucht und Val Cluozza über der sich der Piz Quattervals (3165) erhebt, bei Ova Spin Eintritt in den Nationalpark - zunächst leicht fallend, Landschaft mit eigenartigem, herben Reiz, bei Punt la Drossa (1709) Abzweig nach Livigno, bei der Alp Buffalora (1968) weitet sich das Hochtal, auf Scheitelhöhe prächtige Aussicht auf das Münstertal und den Firndom des Orter (3905), östliche Paßrampe senkt sich in einigen Kehren nach Tschierv (1963) und folgt dann der breiten Sohle des freundlichen Münstertales über Fuldera (1638) und Valchava (1440) die rechts abseits liegen bis Sta. Maria.    

    Fünfter Tag

  • Dienstag der 05. August 1997:
  • 41 Km
  • 1050 Höhenmeter liegen heute vor uns      
  • Ausgangspunkt: Sta. Maria Alpenrösli : 1780m 08:00 Uhr,
  • Umbrail-Pass (34 Kehren rauf) - Stilfser Joch (48 Kehren runter)
  • Um sieben am Morgen da ist die Welt noch in Ordnung. Der Chef hat uns das Frühstück aufgebaut - alle Sorten von Brot - Schweizer Käse - Schinken - Salami - Joghurt - Müsli - Süßes - Kaffee - Tee - Milch ... uns geht’s wieder gut. Wir genießen das ausgedehnte Frühstück. Letzte Startvorbereitungen werden getroffen. Und dann nach dem Startfoto:

    Wir treten wieder. Schön langsam werden wir unsere kalten Waden so nach und nach auf Betriebstemperatur bringen. An diesem frühen Morgen bei kühler Luft und klarer Sicht überholen uns nur einige Pkws und Motorräder die wohl gar nichts im Bett halten hat können. Wir machen nur einige kleine Trinkstops bis zur Paßhöhe 2503m. Gegen 10:00 Uhr heißts mal wieder Pass geschafft, unser vorletzter. Wir nehmen noch einen Kaffee und ein Cola.

    Wir treten wieder. Nun kommt der Endspurt, alle fiebern darauf. Thomas macht es ganz geschickt und zieht mit konstant 7Km/h davon. Keiner glaubt an einen Ausreißer-Versuch. Doch er wagt es. Bani geht kurz aus dem Sattel und die beiden liefern sich ein Duell bis zum Ziel. Nun heißt es zum letzten Mal Pass geschafft. Überglücklich fallen wir uns gegenseitig in die Arme und beglückwünschen uns zu unserem Erfolg. We are the Champions! Noch ein paar Fotos geschossen.

    Dabei stößt Markus der Bruder von Thomas zu uns, er ist schon um 06:00 Uhr morgens von Gomagoi das Stilfser Joch hochgefahren um seinen Bruder Nachhause zu bringen.

    Noch mal 40m höher getreten zur Tibet-Hütte. Nun befinden wir uns auf 2800m. Dort erfrischen wir uns in der Bandbreite Cappuccino - Aqua Minerale - vino rosso , Postkarten werden geschrieben und wir träumen von unseren Erlebnissen. Auf dem Stilfser Joch ist die Hölle los. Souvenir-Läden ziehen die Auto- u. Biketouris wie Schmeißfliegen an. Bani, Martin und Wilfried gönnen sich eine Bratwurst mit Kraut auf Fladenbrot für 7000 LIT. Nun bereitet man sich auf die Abfahrt vor. 48 Kehren warten auf uns. Grandiose Gletscher werden uns begleiten. Leider ist der Verkehr sehr hoch hier rauf. Wir verabschieden zwischendrin den Thomas mit Markus, Thomas will heute noch den Rasen daheim mähen.

    Der Rest tritt weiter bis Prad. Auf den letzten zehn Kilometern hat Martin noch mal einen Plattfuß, kann aber durch Luftaufpumpen bis nach Prad weiterfahren. Dort erfolgt die letzte Reparatur. Gegen 14:45 Uhr erreichen wir den Ortler-Hof: Das Empfangskommitee ist noch nicht eingetroffen, also gehen wir auf einen Eiskaffee ins Dorf. Als wir zurückgeradelt kommen warten bereits Anita und Brigitte mit den Kindern auf uns. Kurz darauf kommt Charly, er wird heute noch die Gisela und den Wilfried wieder zurück nach Memmingen bringen

  • Zielpunkt: Prad Pension Ortler-Hof : 960m 14:45 Uhr,
  • Fahrzeit: 2:56h
  • Schnitt: 13,7 Km/h
  • Streckenverlauf: Sta. Maria - .. Km -> Umbrailpaß (.... m) - .. Km -> Grenzübergang Schweiz -> Italien

    Alternativ: keine ausgesucht, wenn keine Wetterbesserung, dann Rückholung bzw. -fahrt

    Ausweichstrecke: bei Wetterverschlechterung (Schnee!) Weiterfahrt übers Münstertal nach Taufers im Tale Sta. Maria (1375)  14Km  -> Münster --> Taufers (1259) ->   -> Glurns (920) -> Prad (920)  ca. .... Km und .... Höhenmeter

    zum Umbrailpaß: Windungsreiche Paßstraße, einst als Saumpfad im Warenverkehr mit Bormio von Bedeutung, heute Zubringer zur berühmten Stilfser-Joch-Route, z. Zt. nur bis Plattatschas (1788) ausgebaut, dann folgt eine Naturstraße, Charakteristikum ist das Kehrenreichtum. Während der Auffahrt durch die Val Muraunza bieten sich schöne Rückblicke ins Münstertal. Bei der IV. Cantoniera CH/I-Grenze, links zum Stilfser Joch hoch, recht durch die wilde Braulioschlucht hinab nach Bormio.

    zum Stilfser Joch: Trotz ihres Alters zählt sie zu den interessantesten und attraktivsten Hochalpenstraßen. Keine wesentliche Änderung der Trassenführung seit Eröffnung 1826! Durch die wechselhaften Witterungseinflüsse ist die Straßendecke häufigen Schäden ausgesetzt. Bezüglich der Aussicht ist die Fahrtrichtung O nach W lohnender. Mit zunehmender Höhe steigert sich das Fahrt- und Landschaftserlebnis, wobei man an den Gletschern auf kurze Distanz herankommt. Angesicht der majestätischen Bergwelt sollte man sich beim „Weißen Knott“ (1876) eine Rast gönnen.

    Schlusswort:

  • Wir haben es geschafft, das soll uns erst mal einer nachmachen.
  • Trotz aller widrigen Umstände bleiben schöne Erlebnisse im innersten haften.
  • Wir danken unserem Schutzengel dafür, dass wir alle wieder gesund daheim angekommen sind.
  • Der eine oder andere wird sich vielleicht schon wegen einem neuen Ziel Gedanken machen.
  • Ob die Tour 97 noch steigerbar ist, schwer zu sagen.
  • Euer Wilfried
  • Literatur, Kartenmaterial:
  • 1.       Denzel, Großer Alpenstraßenführer
  • 2.       Regio-Card Oberschwaben Südblatt
  • 3.       Regio-Card Allgäu Westblatt
  • 4.       Europakarte Mair-Verlag Schweiz Blatt 2
  • 5.       Kompasskarte Nr. 02 Bregenzer Wald
  • Equipment:
  •  MTBs von Epple, Cannondale, Dawes, Schauff, TREK
  • Schaltungen von Sachs und Shimano
  • Satteltaschen von Aldi, Deuter mit Easy Klick, Eder
  • Lenkertaschen von Deuter und Habermann - Klickfix-System
  • Rucksack von Big Pack
  • Weltenbummlertasche Eder
  • Regenjacken , - hosen von K2, Schöffel , Vaude
  • Gamaschen von wolfsohn
  • Spiegelrelex Canon EOS...
  • Farbbildfilm Kodak 200-36
  • Copyright: Wilfried Eichfelder = www.schenie.de